„Spielfieber – der Countdown läuft“ ist online

Letztes Jahr habe ich auf dem Forum Medienpädagogik vor den Rundfunk und Medienräten Bayerns gesprochen. Nach meinem Vortrag wurde ich von einer Dame der Aktion Jugendschutz gefragt, wie man mit einem Computerspiel Jugendliche bezüglich des Themas „Glücksspielsucht“ sensibilisieren könnte.Gestern ging das Online Spiel „Spielfieber – der Countdown läuft…“ online. Es soll auf spielerische Weise über Glücksspiele informieren. Leider ist problematische Nutzung von Glücksspielen insbesondere bei Jugendlichen auf dem Vormarsch. Oft sind die Gefahren nicht ausreichend bekannt. Danke an die Aktion Jugendschutz Bayern, die den Mut gehabt hat zu diesem schwierigen Thema ein Serious Game zu finanzieren. Das Ergebnis ist nicht für Pädagogen sondern Glücksspielinteressierte gedacht und versucht auf einen „pädagogischen Zeigefinger“ weitestgehend zu verzichten und gerade so auf spielerische Weise zu informieren.

Danke an finefin (Gamedesign, Programmierung), Manuel Schmitt (Grafik) und besonders Daniel Ensslen vom AJ für die gute Zusammenarbeit! Vielen Dank auch an Squ!l und Roger Rekless für die Musik, Jochen Lehmann für die Soundeffekte, alle Tester sowie die Besucher der Freizeitstätte KistE, die mir geholfen haben Glücksspiel aus Sicht von Jugendlichen besser zu verstehen.

Hintergründe zur Entwicklung findet man in den Artikeln von Finefin und Manuel Schmitt sowie der Veröffentlichung von Daniel Ensslen aus Sicht eines Pädagogen: Quelle: Ensslen, Daniel: Tagebuch eines Spielers in proJugend 1/2012; Herausgeber Aktion Jugendschutz Bayern e.V., München 2012.

Auszug: ‚Die „interkulturellen Aspekte in der Kommunikation“ mit den Gamedesignern gingen aber noch weit über sprachliche Barrieren hinaus. Am deutlichsten
wurde dies bei dem Punkt, über den sich alle einig waren: Da das Spiel Jugendliche direkt ansprechen und anderen Jugendlichen weiterempfohlen werden sollte, muss der Spaß beim Spielen im Vordergrund stehen. Ein erhobener (pädagogischer) Zeigefinger, eine allzu moralische Perspektive würde der Sache nicht förderlich sein. Die pädagogische Botschaft kann keine Wirkung erzielen, wenn sie nicht aufgenommen und weitergetragen wird.‘
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Spielfieber findet man momentan auf www.spielfieber.net (das sich eher an Pädagogische Fachkräfte richtet) sowie auf Facebook. Es steht unter einer Creative Commons Lizenz und kann legal auf anderen Webseiten eingebunden oder auf Computer heruntergeladen und offline gespielt werden (und hat es so schon auf diverse Seiten wie www.fettspielen.de geschafft).
Aber genug gelesen – jetzt wird gespielt!

Update 19.12.2012: Die Aussage von Facebook, das das Spiel erst sehr wenige (momentan 7 monatliche Spieler hat ist falsch). Das hat Facebook uns gegenüber zugegeben. Leider waren sie noch nicht in der Lage den Fehler zu beheben. Richtig wären einige Hundert auf Facebook. Dazu kommen mehrere Tausend über andere Webseiten.

Update 13.03.2013: Leider hat Facebook seine Statistiken bis heute nicht korrigiert. Dafür wurde Spielfieber von anderen Spielewebseiten aufgenommen (Fettspielen.dejetztspielen.de) und wurde bislang mehr als 50.000 mal gespielt. Die Kommentare auf den Seiten waren sehr positiv und die außergewöhnlich lange durchschnittliche Spieldauer von mehr als 14 Minuten hat uns überrascht.
Update 3.12.2014: Das Spiel wird von der Uni Bremen Evaluiert. Aufgrund der positiven Zwischenergebnisse arbeiten wir an einer erweiterten Version sowie entwickeln Versionen für Smartphones und Tablets.

Summary in English:

The serious game „Spielfieber – der Countdown läuft…“ (=“game fever – the countdown ticks …“) informes on the topic of gambling (addiction).
Unfortunately, problematic use of gambling – especially among young adults – is on the rise (especially in Germany). Often the risks are not sufficiently understood. The „Aktion Jugendschutz Bayern“ had the courage to finance a Serious Game on this difficult subject. The result is primarily intended for young gamers and gambling enthusiasts. Secondarily it can be used by educators to start discussions. The game tries to refrain from using “pedagogical language” as far as possible while giving a message which sticks.

The game was released under Creative Commons license to allow viral spreading. Distribution channels are a Facebook App (for teens and young adults), and www.spielfieber.net (for educators and webmasters). Also, the game has already been installed on several other websites, such as Fettspielen.de and jetztspielen.de having been played more than 50.000 times.

You can contact me for any questions in English, French or Spanisch. I am the project lead.

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