Rock dein Smartphone – Apps zum Musik selber machen

Mehr als 95% der Jugendlichen haben Smartphones. Genutzt werden diese aber oft (nur) zum Telefonieren, Spielen und Musik hören. Was für eierlegende Wollmilchsäue sie eigentlich in der Tasche mit sich herumtragen, ist den meisten nicht bewusst.
Mit kostenlosen oder günstigen Apps kann man auf Smartphones und Tablets inzwischen professionell Musik machen. Wobei es bislang mehr gute Musik Apps für iOS (dem Betriebssystem von iPhone, iPod und iPad) als für Android (dem Google Betriebssystem) gibt. Das liegt auch an dem immer noch nicht ganz überwundenen Problem mit Latenz (Verzögerung) auf Android Geräten.
Im folgenden zwei Listen mit Tipps für Geräte mit iOS und Android. Ich freue mich auf Kommentare mit weiteren Hinweisen zu Applikationen sowie zu Anwendungsmöglichkeiten. Besonders wertvoll sind für mich Hinweise zu Windows Smartphones/ Tablets und anderen Systemen, da ich primär mit iOS und Android arbeite.

iOS ###

iOS Apps zur Musikproduktion

Recorder
Aufnahmen in guter Qualität kann man mit der vorinstallierten Sprachmemo Apps des iPhones (und vermutlich auch mit Android Phones) machen. Auch sehr günstige Smartphones haben ein Sprachmemo Funktion, diese nehmen aber oft sehr komprimiert auf. Auf dem iPad gibt es die Sprachmemo Funktion nicht. Hier hilft der ähnliche und sehr einfach zu bedienende, kostenlose iTalk Recorder.  FIRE 2 (5,99 €) für das iPhone ist eine komplexere Alternative zum Apple App. Es bietet Effekte und einen Editor um die Sounds nach der Aufnahme zu verändern (iPhone dazu auf die Seite drehen). iTalk Recorder und FIRE 2 sind zwar eigentlich iPhone Apps funktionieren aber auch problemlos auf dem iPad. Speziell für das iPad App entwickelt ist die App Recorder Plus + HD die ähnliich FIRE 2 über viele Funktionen verfügt.

Garage Band
Garage Band für das iPhone und iPad (3,99 €) ist relativ einfach zu benutzen und gleichzeitig sehr mächtig. Mit Garage Band kann man mehrere Live Aufnahmen machen und diese untereinander sowie mit elektronischen Instrumenten kombinieren. Eigentlich ist dies gedacht um alleine oder zu mehreren Musikstücke zu erstellen. Garage Band eignet sich aber auch um Interviews aufzunehmen, zu schneiden und mit Musik zu versehen (Tipps: Für Interviews Metronom und Einzählen in den Einstellungen ausstellen und Länge des Abschnitts auf „Automatisch“ stellen). 2015 hat Apple Garageband auch um einen recht guten Looper und Drummer ergänzt.
Erstellte Tracks kann man mit Garage Band für den Mac und sogar dem professionellen Logic Pro direkt weiterbearbeiten. Die Weiterverarbeitung über andere Sequencer ist etwas komplizierter. Man kann erstellte Tracks auch direkt in iMovie importieren und damit Filme unterlegen.

Cubasis
Ebenfalls sehr mächtig ist Cubasis, eine vereinfachte Version des professionellen Cubase Programms von Steinberg. Unlimitierte Instrumenten und Midispuren, Virtuelle Instrumente, viele Effekte und das mit leichtem Einstieg für Leute mit Cubase Erfahrung. 44,95 € sind aber ein happiger Preis für eine App. Die PC oder OS Versionen (mit denen man erstellte Dateien direkt weiter bearbeiten kann) kosten aber noch eine Stange mehr.

iMaschine
Im Studio benutzen wir viel die hervorragende „Maschine“ von Native Instruments. Mit der mächtigen iMaschine für das iPhone (3,99 €) erstellte Tracks kann man mit der großen Maschine weiter bearbeiten. So gemacht bei den Projekten „Heimat/ Future/ Giesing Beatz“

iMPC
Akai hat eine iPad Version ihrer bekannten MPC Reihe veröffentlicht (6,99 €).

Nano Studio
Nano Studio
 (11,99 €) ist neben Garage Band das beliebteste „Tonstudio“ für iPhone und iPad, mächtig aber auch komplizierter.

Caustic (10 €)
Ähnlich verhält es sich mit Caustic, das ursprünglich für Android entwickelt wurde.

Loopseque
Ein ungewöhnliches und intuitives Bedienkonzept bei dem Loops im Kreis laufen. Die App hat gute, eingebaute Tutorials, die den Einstieg erleichtern und bei denen man anschaulich etwas über elektronische Musik lernt. Neben der Version für das iPhone (3,99 €) gibt es für das iPad eine volle und eine kostenlose App sowie eine spezielle Version für Kinder.

Loopen
Das sich Smartphones hervorragend zum Loopen eignen habe ich hier beschrieben (ich empfehle EverydayLooper für 5,99 € und Loopy für 2,99 €).  Dort finden sich auch Tipps zur Nutzung externer Mikrofone.

Movbeats
Movbeats
 (kostenlos) eignet sich hervorragend um Geräusche jeglicher Form zu Filmen und die Filmschnipsel zu einem Musikvideo anzuordnen. Folgende Videos entstanden im Rahmen eines Workshops mit Kindern und Jugendlichen und wurden direkt aus der App auf Youtube veröffentlicht.

Die App eignet sich aber auch für Live Auftritte. Leider funktioniert die Export Funktion der App seit iOS 8 nicht mehr. Ich habe mit den Entwicklern aber eine Weiterentwicklung vereinbart. Vermutlich 1.4.2016 können wieder MovBeats erstellt werden. Momentan kann ich die App aber leider nicht empfehlen. Stattdessen kann man die etwas schönere, aber komplizierter zu bedienende App MadPad ausweichen.

MadPad
MadPad
 (iPhone 0,99 €, iPad 2,69 €) bietet die Möglichkeit Videoschnipsel-Sets mit anderen zu Teilen ist aber nicht so einfach zu bedienen wie Movbeats, da es keinen eingebauten Sequencer hat.

Figure
Mit Figure (0,99 €) von den Reason-Entwicklern kann man sehr einfach und schnell Musikstücke erstellen. Seit Version 1.1 kann man auch exportieren. Für das Video zu unserem Bikefest 2011 habe ich ein mit Figure in der UBahn erstelltes Musikstück benutzt. Die App ist von Propellerhead, den Machern des Rebirth Techno Micro Composer Rebirth  (13,99 €), von dem es auch eine auf den ersten Moment erschlagende Versionen auf dem iPad gibt. Der Vergleich von Figure und Rebirth zeigt gut, wie einfach die Bedienung von Apps geworden ist.

iKaossilator
Der iKaossilator (17,99 €) ist die iOS Version des Kaossilators von Korg. Ohne Musikkenntnisse können sehr einfach Tracks erstellt und z.B. auf Soundcloud exportiert werden.

Music Memos
Songideen aufnehmen kann man gut mit Music Memos (kostenlos). Und zu diesen kann man ganz einfach einen virtuellen Bassisten oder Schlagzeuger hinzufügen. Die entstandenen Projekte kann man direkt in Garageband oder Logic Pro übernehmen.

iOS Apps zum Musik lernen

Mein Ordner "Musik Lernen" auf meinem iPhone

Der Ordner „Musik lernen“ auf meinem iPhone

Smartphones und Tablets verfügen über Mikrofone und Touch Interfaces. Diese Kombination nutzen eine Vielzahl von Apps, um das Lernen von Musik auf spielerische Weise zu erleichtern.

PianoMan
Mit PianoMan (kostenlos) kann man spielerisch Klavier lernen. Die App zeigt an, welche Noten als nächstes zu spielen sind. Kostenlos sind ca. 20 klassische Stücke (Bach/Beethofen usw.). Weitere kann man dazu kaufen. Die App funktioniert auch mit Midi Klavieren, die man mit iOS Geräten verbinden kann.

Ultimate Guitar
Es gibt diverse Apps (2-4 €) von ultimateguitar.com, die beim Gitarre lernen mit Akkorden, Texten, Metronom oder Stimm-App unterstützen.

iNoteTrainer
Spielerisch Noten lernen geht mit dem recht simpel aufgemachten iNoteTrainer (3,59 €).

Shazam
Die recht bekannte App Shazam (kostenlos) erkennt Lieder, die gerade gespielt werden. Es zeigt dabei auch direkt die Liedtexte an. Und das auch, wenn man sie auf dem gleichen Smartphone/Tablet gerade anhört. Praktisch um Texte zu lernen.

Practice Pro Lite
Mit Practice Pro Lite (kostenlos) kann man sich Lieder langsamer oder Teile gelooped anhören. Praktisch um sie nachzuspielen oder zu singen. Einschränkung der Lite Version: nur die erste Hälfte des Liedes ist hörbar. Die Pro Version kostet 8,99 €.

Anytune
Auch bei Anytune kann man Stücke verlangsamen und Teile stetig wiederholen. Die App ist auch in der kostenlosen Version sehr mächtig und bietet viele kostepflichtige Optionen und Erweiterungen. Für Musiklehrer sind die Updates kostenlos. Hier ein Vergleich der Versionen. (kostenlos/15€)

Relative Pitch Lite
Die App Relative Pitch Lite (kostenlos) spielt einem Tonfolgen vor und man kann wie in einem Quizz entscheiden, ob es sich um einen Halbton/Ganzton/Oktave Schritt usw. handelt.

iOS Apps kombinieren

Mit Apps zu musizieren ist eine schöne Sache. Ganz neue Möglichkeiten tun sich aber auf, wenn man die erzeugten Dateien am PC weiter bearbeitet oder Apps auf einem oder mehreren unterschiedlichen Geräten kombiniert.

Geräte synchronisieren mit Ableton Link
Musikanwendungen über ein drahtloses Netzwerk synchronisieren kann man mit der Ende 2015 veröffentlichten Link Technologie von Ableton. Das klappt mit PCs oder Macs auf denen die Software Live läuft sowie allen Apps, die Ableton Link integriert haben. Somit können bei Liveauftritten diverse PCs, Smartphones und Tablets über Wifi zusammengeschaltet werden. Link synchronisiert auch verschiedene Apps auf dem gleichen iOS Device und funktioniert auch ohne einen PC mit Live.
Link wird zu einem Aufschwung für die Appmusik führen, denn jetzt packen die tausenden innovativen Live Soundfiddler ihre Smartphones aus.

WIST
Über WIST (Wireless Sync Start) können (nur) zwei iOS Geräte gleichzeitig gestartet werden werden. Den Standart von Korg unterstützen einige Apps. Ableton Link ist WIST überlegen. Korg unterstützt dieses auch schon.

Audiobus App
Mit der App Audiobus (8,99 €) können viele iOS Soundapps hintereinander geschaltet werden. So kann man in einer App seine Stimme aufnehmen, dazu in einer anderen Beats abspielen. Beides manipuliert man in einer Equalizer App und nimmt das Ganze in einer Multitracker DAW app auf (Video). Die Liste kompatibler Apps wächst und wächst.

iTunes File Sharing
Viele Audioapps bieten die Möglichkeit Audiodateien über iTunes zu im- oder exportieren. Dafür das iOS Gerät mit einem Computer verbinden und auf den Apps-Reiter gehen. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

Audiodateien kopieren mit Audiocopy
Es gibt hunderte Apps die den Audiocopy Standart unterstützen. Zwischen diesen Apps kann man sehr einfach Tondateien hin und her kopieren. Somit spart man sich den Umständlichen Weg über das iTunes File Sharing. Und man kann die Sounds gleich direkt auf Soundcloud veröffentlichen.

Midi und OSC unter iOS

Besonders das iPad eignet sich auch zur Steuerung von Desktop Software wie Ableton Live, Cubase oder der Maschine. TouchOSC (iOS 4,49 €, eingeschränkt und kostenlos für Android) ist hier eine Möglichkeit. Das teure Lemur (44,99 €) gibt einem extrem viel Flexibilität und wird von vielen hochkarätigen Künstlern genutzt (z.B. Console, Justice). So kann man z.B. für jedes Lied die benötigten Regler und Knöpfe eigens anordnen. Oder man nutzt die vielen Templates der Community.

Zubehör für iOS Geräte

Grundsätzlich gibt es im Audio Bereich zwei Möglichkeiten, wie man die Fähigkeiten von iOS Geräten erweitern kann. Mittels des iPad Camera Connection Kit (29 €) bzw. Lightning auf USB Kamera-Adapter (29 €) kann man iPads und iPhones um einen USB Anschluss erweitern. Apple sagt das zwar nicht wirklich offiziell aber an den kann man gängige USB-Midi-Keyboard und Class Compliant Audiointerfaces und USB Mikros anschließen. Das heißt funktioniert eine USB Midi Keyboard oder ein Audio Interface mit einem Mac ohne einen speziellen Treiber, dann funktioniert es auch mit iOS Gerät. Problematisch ist nur, dass das die Geräte per USB nur wenig Strom zur Verfügung stellen. Mit einem USB Hub mit externer Strom Versorgung bekommt man aber auch stromhungrige Geräte zum laufen. Die Unterstützung vieler USB Geräte insbesondre für iPhones ist aber nicht offiziell. Daher unbedingt vor dem Kauf erst mal ausprobieren. Mehr zum Thema gibt es von Apple deutsch) und Akai (Englisch).

Die zweite Möglichkeit stellt spezielles Zubehör für iPhone und iPad dar. So bietet IK Multimedia eine Vielzahl von Geräten und Adaptern, die oft auch gleich mit Android kompatibel sind. Professionelle XLR Mikrofone kann man an das iRig Pre (29 €) anschließen. Einen separates Gerät für Midi Verbindungen gibt es mit dem iRig Midi (54,99 €). Das iRig Pro (117 €) verbindet die meisten Möglichkeiten des Pre und Midi in einem Gehäuse. Mit dem iRig und iRig Stomp kann man eine E-Gitarre direkt an iOS Geräte anschließen und das Signal mit diversen Verstärker und Effekt Apps weiter bearbeiten oder aufnehmen. Neben den Adaptern gibt es auch Mikros wie das (nicht besonders qualitativ hochwertige aber praktische) iRig Mic (74 €) oder seine teureren Geschwister. Pre, Pro und die Mics bieten die Möglichkeit die Sensitivität von Mikros anzupassen. So kann man z.B. auf einer befahrenen Straße oder lauten Bühne störungsfreie Aufnahmen machen.

Auch andere Anbieter wie Native Instruments (Traktor!), Tascam und Apogee bieten Zubehör, das explizit mit iOS Geräten kompatibel ist.

Insbesondere für älte iPhones und iPads eignen sich das Mini Keyboard Synthstation 25 (59,00 €) und das größere 49 (186,00 €) von Akai. Die Synthstation 25 wurde noch für das iPhone 3G/S entwickelt. Aktuelle iPhones passen in sie nicht (gut) hinein. Diese Beschränkung kann man aber mit einem iPhone Verlängerungskabel umgehen und so z.B. auch iPads anschließen. Die Synthstation 25 wird aber nur von einigen Apps (wie Nano Studio) direkt unterstützt. Mittels der App Midibridge (5,99 €) kann man die Unterstützung auf alle Core Midi fähigen Apps erweitern. So lässt sich dann auch GarageBand nutzen. Die 25 eignet sich durch Batteriebetrieb auch für den Mobilen Einsatz, lässt sich aber auch Midikeyboard ohne iOS Gerät am PC nutzen.

Auch Piano Apprentice ist ein Minipiano und speziell zum Klavier lernen gemacht, die Tasten des Klaviers leuchten auf, wenn man sie spielen soll. Die kostenlose App zur Hardware benutzte ich mit meiner Synthstation 25.

Fazit iOS

Diese Liste der Apps ließe sich noch lange weiterführen. Fast jede professionelle Musikfirma hat eine vereinfachte und viel günstigere Version eines ihrer Hardware- oder Softwareprodukte auf iOS Geräten veröffentlicht. Dabei gilt: für das iPad gibt es noch mehr Musik Apps als für das iPhone. Und die iPad Versionen sind oft übersichtlicher oder besser bedienbar. Die Band Gorillaz haben schon 2010 sogar ein komplettes Album mit dem iPad aufgenommen.

Fakt ist, Smartphones und Tablets sind klein und mobil, oft schon verfügbar und verfügen (zumindest geladen mit den richtigen Apps) über riesige Möglichkeiten. Und mit einem Stupser in die richtige Richtung merken auch die Jugendlichen was sie da in der Tasche haben. Aber auch die Möglichkeiten der Pädagogen multiplizieren sich. Unser erstes „Lokal Beats – vertone deinen Stadtviertel“ Projekt bei dem wir Geräusche aufgenommen, zu Beats verarbeitet und darauf gerapped haben, benötigte noch viel unterschiedliche teure Hardware und Software. Das Nachfolgeprojekt Heimatbeatz lief durch den Einsatz von iPads einfacher.

 

Android ###

Android ist inzwischen auf viel mehr Touch-Geräten installiert als iOS. In Bezug auf Audioapps läuft hier (noch) einiges schlechter und anderes besser als auf den Apple Produkten.

Zwar gibt es eine Vielzahl von Sound Apps im Google Play Store von denen einige unten vorgestellt werden. Auch sind hier die Preise oft geringer als bei Apple. Aber leider steht der Nutzung vieler Apps die bis Android 5 bestehende schlechte Latenz des Android Systems entgegen.

Das Android Latenz Problem:

Latenzzeit bezeichnet im Musikbereich die Verzögerung zwischen dem Spielen einer Note und dem Hören des resultierenden Tones. Man geht allgemein davon aus, dass der Mensch eine Latenz von mehr als 11 tausendstel Sekunden (ms) wahrnimmt.
Zupft man die Seite einer (echten) Gitarre, so benötigt der Ton ca. 1 ms. bis er am Ohr ankommt. Spielt man ein virtuelles Instrument auf einem iOS Gerät beträgt die Latenz ca. 10 ms. Die minimale Latenz bei den meisten Android Geräten (vor Android 5 Lollipop) liegt bei über 100 ms. Musikinstrumente mit einer so hohen Latenz zu spielen ist sehr schwierig und macht den meisten schlicht keinen Spaß mehr.

Vergleich der Latenz zwischen Android 4.04 und iOS 5.1.1.:

Der Grund für die höhere Latenz liegt nicht primär in der Hardware sondern im Android System. Während die Apple Entwickler die Latenz von vorne herein mitbedacht haben, hatte das Thema bei Android anscheinend lange keine Priorität. Doch hier hat sich seit Ende 2014 einiges getan. Mit Android 5 Lollipop auf den Nexus 5X, 6P (18 ms) und 9 (15 ms) Google Besserung. Samsung hat für seine Geräte das Samsung Professional Audio SDK herausgebracht das auf einigen aktuellen Geräten läuft und auf einem Note 5 zumindest eine Latenz von ca. 40 ermöglicht. Dazu spendiert die Firma Galaxy Geräten die sehr brauchbare, kostenlose Soundcamp App die im folgenden Video sehr ausführlich (44 Minuten) präsentiert wird:

Dazu kommt IK Multimedia hat eine Lösung für alle Android Geräte ab Version 4.0 (und USB host mode/OTG mode) in Arbeit. Wie hoch ist die Audio Latenz bei deinem Gerät? Die App Caustic 2 zeigt in den Optionen eine Latenz-Schätzung, die aber nur einen Teil der Latenz abdeckt). Leider werden viele Android Geräte nur verspätet oder gar nicht mit dem aktuellsten Betriebssystem ausgestattet werden. Das Latenzproblem wird die meisten Android Nutzer daher zumindest mittelfristig begleiten.

Anschlüsse: Ein Vorteil von Android

Anders als bei der Latenz glänzt Android beim Thema USB. So kann man seit Android 3.2 USB Midi Instrumente direkt an Android anschließen. Mein Midi Piano wird durch mein Tablet (Motorola Xoom 2 Media Edition 4.0.4) problemlos erkannt. Leider gibt es bislang aber nur sehr wenige Apps, die mit Midi Inputs umgehen können (z.B. Grand Piano Pro, Opus #1 Pro, TouchDAW Free, USB Midi Monitor).

Hinweis: Midi Keyboards funktionieren inzwischen nicht mehr mit Grand Piano Free sondern nur noch mit der Pro Version:

Seit Version 5 kann man auch professionelle USB Audio Interfaces mit Android nutzen. Geräte mit älteren Android Versionen kann man aber teilweise mit der App USB Audio Recorder PRO (3,49 €) zur Zusammenarbeit mit Audio Interfaces überreden.

Theoretisch konnte man schon vor Android 5 Audio Interfaces und damit professionelle Mikrofone mit Android verbinden. Praktisch ergaben sich dabei aber viele Probleme. Mein Glück: Gerade mein Motorola Xoom 2 Media Edition ist laut Rückfrage beim Entwickler von USB Audio Recorder Pro das einzige ihm bekannte Gerät mit Android 4, das auch das auch Aufnahmen über USB ermöglicht. Dabei ist diese Fähigkeit nicht mal von Motorola auf ihrer Webseite dokumentiert.

Auf diese Weise kann man z.B. professionelle Mikrofone mit XLR Anschluss verbinden und hochqualitative Aufnahmen machen. Der Anschluss von Audio Interfaces erweitert die Fähigkeiten von Android ungemein. Leider löst die Nutzung von Audio Interfaces nicht die Latenz Problematik und es kommt aufgrund der verschachtelten Software Architektur immer wieder zu Störgeräuschen.

Android Apps zur Musikproduktion

Es gibt viele (kostenlose) Musik Applikationen für Android. Leider haben sie aber wegen der Latenz Problematik mit Performanceproblemen zu kämpfen.
Besser eignen sich das von mir genutzte Motorola Xoom 2 Media Edition (Android 4.0) und Samsung S5 (Android 5) für Recorder, Tracker und Groveboxen um Beats zeitversetzt zu erstellen. Da stört de Latenz weniger.

Easy Voice Recorder (kostenlos)
Simpler Recorder zum Aufnehmen von Geräuschen und Passagen. Man kann in Wav (unkomprimiert), Mp4 und 3GP Dateien aufnehmen.

Hi-Q MP3 Rec (Lite, Kostenlos)
Einfacher Recorder zum Aufnehmen von bis zu 10 Minuten (Lite Version) langen Passagen. Aufnahmen von MP3s in 32-128 kbps Qualität (mono, entspricht daher 64-256 kbps Stereo).

TapeMachine Recorder (2,99 €)
Sehr guter Recorder mit Editierfunktion und Effekten.

My Piano (kostenlos)
11 gut klingende Instrumente die mit Effekten versehen werden können. Man kann auch Samples aufnehmen und pitchen. Spürbare Latenz, drückt man mehrere Testen hakt teilweise die App.

Real Piano (kostenlos)
Kindliche Optik, zehn Instrumente, einfache Aufnahme Funktion, Latenz spürbar, wenige Konfigurationsmöglichkeiten

Piano Instructor 2 und Guitar Instructor (kostenlos)
App um Piano bzw. Gitarre zu lernen, man kann mit midi Files auf verschiedene Weise üben (mit/ohne Zeitdruck), einfache Darstellung, Latenz spürbar, das Spielen von vielen Noten in schneller Folge bekommt die App nicht gut hin, was den Spaß sehr trübt. Loopfunktionen und viele Optionen unterstützen beim Üben. 100 Instrumente unterschiedlicher Qualität, Textanzeige

Pianist HD (kostenlos)
Zum Klavierlernen und Nachspielen von klassischen Stücken. Nett ist die Option an einem Tablett zu zweit zu üben. Das Interface ist aber nicht sehr intuitiv. Es wird nur angezeigt welcher Ton als nächstes gespielt werden soll aber nicht wann.

Magic Piano (kostenlos)
Hier wird das Spielen von Liedern wird hier Actionreich und ansprechend umgesetzt, leider wurden bei mir teilweise Töne verschluckt, Online Community, hier geht es nicht ums Lernen sondern den Spaß.

Guitar Solo Lite (kostenlos/1,49 €)
Komplexe und etwas unübersichtliche Gitarren App zum spielen und lernen. Umfangreiche Akkord Referenz. Die Vollversion bietet unterschiedliche Gitarren und die Möglichkeit zu Musik aus der Android Bibliothek zu spielen.

Audio Evolution Mobile (kostenlos/5,49 €)
Multitrack Audio Recorder (bzw. DAW) mit nicht destruktiver Editierfunktion, Undo/Redo, Mixer, Effekten. Intuitiv bedienbar. Mit der App kann also Aufgenommenes neu arrangiert verändert und gemastert werden. Mittels eines in App Kaufes kann man sich die Unterstützung von professionellen Audio Interfaces (mit gleichem Code wie auch bei dem oben genannten USB Audio Recorder PRO) dazu kaufen und das auch auf Geräten mit Android 4. Speichern kann man nur mit der Vollversion.

Soundcamp (kostenlos)
Mit der App Soundcamp kocht Samsung sein eigenen Süppchen. Denn die mit Apples Garageband vergleichbare App ist leider nur mit einigen ihrer Geräte kompatibel. Dafür gibt es dann Aufnehmen mit mit bis zu 8 Tracks, virtuelle Instrumente, Looper und Sampler und relativ geringe Latenz. Auch versteht sich die App mit einigen Android Musik Apps wie z.B. Thumbjam, deren Musik sie direkt aufnehmen kann.

Außerdem gibt es sogar eine Unterstützung ihrer Smartwatches um einige Effekte und den Looper zu steuern. Großartig wäre, wenn es die App auch für nicht Samsung Geräte gäbe. Einen Artikel zu Soundcamp auf Deutsch gibt es hier.

Caustic (kostenlos/6,49 €)
Dieser Tracker enthält unterschiedliche Synthesizer und eine Beatmaschine mit Samples von Klassikern wie dem 808 die unterschiedlich kombiniert und mit Effekten versehen und parallel im Sequenzer angeordnet werden können. Es können auch eigene Samples genutzt werden. Eine Aufnahmefunktion fehlt aber. Die ansprechende Präsentation im Stil eines Reck Mont (übereinander angeordnete Hardware Instrumente) ist für Einsteiger nicht komplett intuitiv, was bei dem Umfang aber auch schwer zu erreichen wäre. Nach ein wenig Einarbeitungszeit können recht anspruchsvolle Musikprojekte umgesetzt werden. Mit der Demo Version kann nicht gespeichert oder exportiert werden. Während dem Test gab es keine Aussetzer. Die Latenz war bei Eingaben spürbar, da man aber anordnet und nicht live einspielt ist das aber nicht unbedingt Problem. Umfangreiche Hilfe Funktion.
Zu Caustic gibt es ein aktive Community. Und so finden sich Play Store viele kostenlose und kostende Plugins um das Programm zu erweitern.

FL Studio Mobile (14,95 €)
Ähnlich wie Garage Band am oder iMaschine auf iOS bietet der mächtige Multitrack Rekorder FL Studio Mobile die Möglichkeit die Projektdateien auf dem großen Bruder „FL Studio“ auf Desktop PCs weiter zu bearbeiten. Die Aufnahmemöglichkeit, umfangreiche Instrumentenbibliothek und Bearbeitungsmöglichkeitn machen die App zu einer klaren Empfehlung – wenn man über das nötige Kleingeld verfügt.

SPC – Music Sketchpad 2 Demo (kostenlos/3,99 €)
Umfangreicher Tracker mit der Möglichkeit integrierte Samples, andere Samples auf der SDKarte oder selbst aufgenommene Samples zu nutzen und in Patterns anzuordnen. Die Samples können auf verschiedene Weise bearbeitet werden (Schneiden, Normalisieren, Effekte…). Nach kurzer Eingewöhnungszeit recht praktikable Oberfläche. Auf der Testplattform kam es immer wieder zu kurzen Aussetzern. Da man aber keine Echtzeiteingaben macht, ist die für Android typische Latenz aber unproblematisch. Bei der Demo Version ist die Speicher- und Exportfunktion deaktiviert und es werden immer wieder Hinweise auf die Vollversion eingeblendet. Zum Zeigen und Herumspielen eignet sich die Version aber gut.

RD3 HD Groovebox Demo (kostenlos/3,99 €)
Klasse Grovebox Oberfläche vom SPC Demo Team. Erstelle Basslines oder Drum Loops die sich auch gut für den SPC Tracker eignen. Gute Tonqualität. In der Demo Version aber keine Speicher und Exportfunktion.

SunVox (3,79 €)
Ungewöhnlich aufgebauter Tracker mit modularen Synthesizern, eigenwillige Pixel Optik, Nutzung von WAV Samples, Aufnahmefunktion, multitrack Exportfunktion, gibt auch kostenlose Versionen für Windows und Mac, von der Community erstellte Tracks findet man in einer Soundcloud Gruppe:

PixiTracker 1Bit demo (kostenlos/0,76€)
Sehr einfach zu bedienender Tracker mit 1Bit-Sounds und Optik. Midi Eingabe möglich. Das bringt Erinnerungen zurück. Ein kreiertes Lied kann man sich visualisieren lassen. Bei der Demo Version kann man nicht speichern.

Robo Vox – Voice Changer Lite (kostenlos, 0,99)
Live mit verschiedenen editierbaren Robotereffekten die Stimme verändern. Großer Spaß. Auch nützlich, wenn Jugendliche sich nicht trauen bei einem Projekt mit mit ihrer eigenen Stimme mit zu machen.
Speichern kann man nur mit der Vollversion, die dann 24 Effekte enthält.

Android Apps zum Musik lernen

Einige der unter iOS Apps zum Musik lernen beschriebenen Apps gibt es auch für Android und andere Geräte. So z.B. Shazam und die UltimateGuitar Reihe.

Midi unter Android verwenden

Midi ist ein Kommunikationsstandard durch den Steuerinformationen zwischen elektronischen Instrumenten ausgetauscht werden können. Für Android hat Midi unterschiedliche Bedeutung.
Zum einen gibt es Instrumente, die per Midi an Android angeschlossen werden können (wie USB Midi Keybards oder Controler). Leider können bislang nur sehr wenige Apps mit diesen Eingaben umgehen.
Zum anderen eignen sich die flexiblen Touch Displays der Android Geräte um Andere Dinge zu steuern. Im folgenden einige dafür geeignete Apps.

TouchDAW (4,49 €)
MIDI Controller mit unterschiedliche Eingabemethoden (Keyboard, Pads, Regler) und aufgeräumter Oberfläche. Die App ist für die Kommunikation mit vielen populären Audio Programmen vorbereitet (Cubase, Ableton Live, FL Studio…). Sie versteht midi Eingaben über USB, Bluetooth und Wifi. Meine Akai Synth Station kommuniziert mit der App grundsätzlich.
Auf der TouchDAW Webseite wird Schritt für Schritt erklärt wie man sein Tablet mit DAWs wie Cubase und co. über WLAN verbinden kann. Ob alles funktioniert kann man mit einer beschränkten kostenlosen Version ausprobieren.

TouchOSC (kostenlos)
Auf iOS ist TouchOSC durch den verfügbaren Editor extrem mächtig. Man kann sich seine eigenen Layouts zusammenzimmern und so z.B. für jedes Lied spezifische Eingabelayouts erstellen, die nur die nötigen Regler und Schalter umfassen. Die Android Variante hinkt in der Entwicklung aber hinterher, der Editor fehlt. Die vier vorgegebenen Layouts sind nur sehr eingeschränkt nutzbar. Bis die Android App mit dem gewünschten Desktop Programm wie gewünscht zusammen arbeitet muss einiges eingerichtet werden. Ein Grund hierfür ist, dass die Dokumentation auf der Webseite leider sehr zu wünschen übrig lässt.

Lemur
Zu hoffen ist, dass Lemur (liine.net/en/products/lemur/), der Platzhirsch in dieser Kategorie, in Zukunft seinen Weg von iOS auf Android findet. Lemur gab es schon vor dem ersten iPad. Damals kostete die Hardware über 1000 Euro. Die sehr gute App ist mit 44,99 € da viel günstiger, wenn auch viel teurer als das vergleichbare TouchDAW.

USB Midi Monitor
Zeigt in Echtzeit an welche Midi Befehle das Android Gerät erreichen.

Zubehör für Android Geräte

IK Multimedia, einer der wichtigsten Zubehörhersteller für Mobile Audioproduktion (siehe Zubehör für iOS Geräte) inzwischen seine Unterstützung auf Android ausgeweitet. Ein Teil der bestehenden Geräte für iOS ist jetzt auch offiziell Android kompatibel. Außerdem passt IK nach und nach seine Musik Apps an Android an. Insgesamt gibt es aber weit weniger Zubehör, das spezifisch für Android entwickelt wurde. Das ist aber nicht so schlimm, da sich Android ja seit Version 5 von Haus aus mit Audiointerfaces versteht.

Appmusik Ausblick ###

Vor Android 5 Lollipop bzw. dem Samsung Professional Audio SDK war die Sache klar: iOS war das System der Wahl für Appmusiker. Das Latenzproblem auf Android vermieste die Entwicklungsanstrengungen der Musikapp Entwickler. Die technische Hürde sind durch Android 5 und das Samsung SDK jetzt gefallen. iOS (iPod/iPhone/iPad) hat aber einen jahrelangen Vorsprung.  Das Angebot an kreativen Soundapps wird Android an Quantität und vor allem Qualität zumindest mittelfristig überlegen bleiben.

Seit Android 5 gibt es Verbesserungen beim Latenzproblem. Großartig ist, dass jetzt Audiointerfaces direkt angeschlossen werden. IK Multimedia, einer der wichtigsten Zubehörhersteller für Mobile Audioproduktion, hat inzwischen seine Unterstützung auf Android ausgeweitet.

Erstellung eines Musikvideos mit selbst aufgenommenen Geräuschvideos mit der App MovBeats auf iOS

Aber wie sieht es mit Windows Phone 8 bzw. RT (für Tablets wie das Surface) aus. Ich konnte auf diesen Systemen selbst noch keine Sound Apps testen. Soweit ich gehört habe stellt auch hier die Audio Latenz bei der Entwicklung keine Priorität dar und die Latenzziele wären ähnlich schlecht wie bei Android.

Welche Sound Apps nutzt ihr oder habt ihr andere Tipps oder Fragen?

Appmusik Links ###

Updates:
15.12.2013: Kabelinfo zu Akai Synthstation 25, iRig Keys, iRig Pre, Tascam iU2, iRig Midi, iRig, iRig Stomp
07.01.2013: Audiobus, TouchOSC, Lemur
18.01.2013: Cubasis
28.01.2013: Android
31.01.2013: Android Recorder
19.02.2013: Caustic 2 Latenz Rechner und minimale Latenz 45 statt 70 ms, gemessen auf einem Samsung S3 Mini 4.1.
05.04.2013: Latenz Update, Recorder und Garage Band erweitert.
19.11.2013: Loopseque, Rebirth, Updates
01.04.2014: iOS Apps kombinieren, iRig Pro, Camera Connection Kit, iOS Fazit
26.04.2014: iOS/Android Apps zum Musik lernen eingefügt.
27.11.2014: Android 5, FL Studio
20.03.2015: Samsung Professional Audio SDK, Soundcamp App, IK „Zero Latency“ SDK
13.08.2015: Anytune, MovBeats update
07.01.2016: MovBeats update
04.03.2016: iOS/Android und Audiointerfaces, Ableton Link, Soundcamp, Music Memos, Updates zur Latency und Appmusik Links

Bei dieser Seite handelt es sich um ein Crossposting. Ein ähnlicher Beitrag erschien in zwei Teilen im Medienpädagogik Praxisblog (iOS und Android) und steht unter einer CC BY-SA-Lizenz. Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: “CC BY-SA-Lizenz, Autor: Ulrich Tausend”.

 

Wer eine beliebige iOS-App über Links auf diesem Blog kauft, unterstützt mich mit einem kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises. Das hat natürlich keinen Einfluss darauf, welche Apps ich hier wie bespreche.

38 Gedanken zu “Rock dein Smartphone – Apps zum Musik selber machen

  1. Pingback: Rock dein Smartphone – Medienpädagogik Praxis Blog | tausendMedien

  2. Pingback: Rock das Deutsche Museum - BeatVIDEO im Deutschen Museum | tausendMedien

  3. Ein super Artikel, den ich immer wieder mal aufrufe und weiterempfehle, wenn mich jemand nach Smartphone-Composing fragt. Danke dafür!

    Ich hatte mir vor einiger Zeit auch ein paar Chiptune-Apps angeschaut, passt vielleicht auch hierher: http://blog.finefin.com/genre/musik/chiptunes-auf-dem-iphone

    Und zum Thema Keyboards: ich habe die SynthStation 25 begeistert genutzt, vor kurzem ist mir aber die erste Taste kaputt gegangen. War noch in der Garantie und ich habe jetzt eine Neue. Der Einschub-Slot für das iDevice erweist sich aber mit den neuen großen Geräten als überflüssig, den iPod touch 5 muss ich jetzt ebenfalls per Verlängerungskabeln anschließen. Der Kritik am Design der Synthstation kann ich mich also anschließen.

    Ich habe mir jetzt mal die iRig Keys bestellt – auch wenn hier für die neuen iOS-Geräte ein Adapter für den Lightning connector nötig ist. Wenigstens ist die Buchse hier hinten am Gerät und nicht mittendrin/-drauf. Außerdem gibt’s eine Oktave mehr, was sich beim 10-Finger-spielen hoffentlich bezahlt macht.

  4. Pingback: Musik machen mit iOS und Android | Juergen

  5. Hallo, tolle Zusammenfassung. Hier noch ein Tipp für Nutzer von Smartphones wie das Galaxy S2, die Probleme mit einem Microphone bzw. dem Anschluss eines externen Micros haben. Der Port für den Kopfhörer / Freisprecheinrichtung ist bei den Samsungs unterschiedlich und man kann kein Micro direkt an den Klinkeneingang anschliessen. Dafür sind sog. Y Adapter erforderlich die dann den Anschluss aufteilen und einen Mic und einen Kopfhöreranschluss ausführen. Leider ist das nicht genormt und ein Galaxy s1 hat eine andere Belegung als ein S2/3. Das S2 ist identisch mit dem Iphone Anschluss und Adapter für Iphones können auch dafür erworben werden.

    Bei Ebay und Amazon gibt es viele Angebote für weniger als 10 Euros.
    Wer es noch genauer wissen will der liesst hier mal weiter (leider nur in engl).

    http://www.macadux.com/mobile/android/samsung-galaxy-s/non-samsung-headphones-with-mic-problem/#comment-1266

  6. So. Die iRig Keys sind da und getestet.
    Hier mein Urteil:

    Pro:
    – die drei Oktaven sind sehr nützlich: 2-Hand-Spielen FTW!
    – problemlose Verbindung per mitgelieferten Kabeln zu iDevices und PC/Mac, auch der Adapter zum neuen Lightning-Connector funzt. Man braucht aber den Original-Adapter, der mit rund 30 Euro nicht ganz billig ist. Die Billig-Adapter von eBay sind (bisher) nur zum Laden der Geräte und funktionieren nicht als MIDI-Verbindung.
    – man braucht KEINE BATTERIEN!
    – … und die Keys sind deshalb auch leichter als die Syntstation.

    Contra:
    – im Vergleich zur Synthstation ist die Verarbeitung weniger gut. Die Tasten erscheinen mir nicht so gut gefedert wie beim AKAI-Gerät und „wabbeln“ und klackern ein bisschen hin und her (anstatt nur nach oben und unten)
    – „Keine Batterien“ bedeutet am iDevice: saugt am Akku.
    – durch die Extra-Oktave passt das Teil nicht in jeden Rucksack

    Für mich war die +Oktave am wichtigsten. Und dass ich keine Batterien brauche, finde ich sehr gut. Insgesamt also: kann man kaufen 😉

    cheers!

  7. Finde es sehr schade, dass Android so „im Hintergrund verschwindet“. Ich sehe immer mehr Leute mit Anroid Phones (davon vielleicht 1/3 Iphone User). Auch viele Kids bekommen heutzutage Android Phones (ist ja auch günstiger für die Eltern ;-)).
    Es könnten ruhig mehr Android Apps auf den Markt kommen, grade solch interessante Apps um beispielsweise die oben genannte musikbegeisterte Jugend damit zu fördern..

    Es gibt zur Zeit ja schon mehr Auswahl was das Thema „eigene App erstellen“ betrifft, was vor 1-2 Jahren noch nicht so war, z.B.:

    http://addservicemedia.de/appservicemedia/appdevelopment-appservice.htm
    http://www.online-software-ag.de/loesungen/mobile-marketing/app-baukasten/
    http://www.dietzk.de/app-erstellen/

    etc. pp. Hoffe da kommt bald Einiges für Android nach. (stolze Samsung Galaxy S2 Besitzerin 🙂 )

  8. Ich mag diesen Überblick wirklich sehr sehr gerne, auch in seiner Ausführung ganz großartig und sicherlich auch für viele Dinge wunderbar geeignet. Nun aber zu meiner Frage. Letztendlich ist es so, dass ich gerad in Schweden verweile. Dort sowohl ein iPad als auch ein iPhone habe aber keinen PC. Nun möchte ich Vocals gerne aufnehmen. Ich hab haufenweise Instrumentals zur Verfügung. Gibt es irgend eine App wo ich diese quasi hochladen / importieren kann um dann über Spuren darauf aufzunehmen. Also ist die Möglichkeit beispielsweise bei Caubasis gegeben oder muss immer erst eine Synchronisation über iTunes stattfinden?

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  11. Schöner Artikel. Die Latenz bei Android ist leider wirklich noch ein Problem. Ich hab das gute IK Multimedia iRig Pre. Monitoring mit Kopfhörern funktioniert leider nicht bzw eher eingeschränkt.

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  13. Super Artikel ! Vielen Dank !
    Ich habe ein Tablet mit Windows 8.1 OS welches ich gerne als Synthesizer für mein USB Keyboard verwenden würde. Wie sieht es da mit Latenzen aus ? Kann hier z.B. ASIO4All die Latenz vermindern ?

    • Ja, Asio4All ist sehr hilfreich, um die Latenzzeit – nicht nur auf einem Tablet-PC – entscheidend zu verkürzen. Man muss aber mit dem Soundchip des Tablets und seinen Einstellungen, sowie mit den Benutzereinstellungen der Asio4All-Software, experimentieren. Das ist am Anfang ein wenig kniffelig, klappt aber – wenn man herausgefunden hat, wie die Einstellungen welcher Hardwarekompononten miteinander kombiniert werden müssen – dann doch ganz gut.

      Getestet und verwendet habe ich:

      Trekstor Volkstablet Wintron 10.1
      Magix Music Maker 2015
      Asio4All
      Casio Keybard CTK 2100
      (Signalausgabe vom Tablet per HDMI an externen Full-HD-Fernseher und von dort auch noch über den Audioausgang [Kopfhöreranschluss] an eine kleine Sony-Stereoanlage [3,5 mm Klinkeneingang].)

      Ich hatte übrigens auch Cubase 5 installiert. Dort sind die Einstellungen noch etwas komplizierter anzupassen. Aber auch mit Cubase 5 sollte das Multispuraufnahmeverfahren mit einem Midi-Keybard ohne hörbare Latenzzeit möglich sein.

      Wichtig ist auch ein möglichst leistungsfähiger Prozessor (CPU) im Windows-Tablet. Und da hat das Trekstor Wintron 10.1 doch schon einen ganz ordentlichen zu bieten: den Intel Atom Z3735F – ein Vierkerner, der mit 1,3 – 1,8 GHz taktet. Das war ein entscheidender Kaufgrund für das Volkstablet.

      Das ständige Summen und Brummen meines Desktop-PCs hat so genervt, dass ich hoffte, die Leistung des neuen (Volks-)Tablets würde für das Homerecording ausreichen. Wenn das Arrangement natürlich zu viele Spuren aufweist, wird der Tablet-PC bei den Berechnungen allerdings irgendwann an seine Grenzen kommen.

      Ich bin Anfängerin im Homerecording und besitze das Trekstor-Tablet erst seit Kurzem. Im Magix Music Maker konnte ich mit meinem USB-Keyboard problemlos (keine hörbare Latenzzeit) eine Spur aufnehmen, sie danach abhören und eine zweite in Echtzeit dazu einspielen. Es ließen sich auch ganz hervorragend andere VST-Softwareinstrumente (VST-Plugins) im MMM einbinden (z. B. von Native Instruments: FM8) und sofort ansteuern. Ich denke, wie schon erwähnt, das klappt auch problemlos mit Cubase 5 oder seinen aktuelleren Versionen. Andere DAWs (Digital Audio Workstations) wie Cakewalks Sonar X1 oder Magix’s Samplitude usw. könnten – mit entsprechend angepassten Einstellungen – auch verwendbar sein.

      Ich hoffe, ich konnte ein klein wenig weiterhelfen.
      Ganz liebe Grüße –
      MLampi

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  16. Hallo,
    ich habe ein Soundproblem mit meinem IPAD 4 : Vorgang.meine Tanz- Midifiles GM
    sind vom Laptop über Itunes auf das IPAD 4 übertragen worden auf ein Softwareprogramm der Firma Ronimusic-Sweet midi player. Den Sound kann man allerdings nicht „verkaufen“. Zum Gegensatz: Bei meinem Laptop habe ich nachgeschaltet ein Soundmodul der Firma Ketron Typ SD 2-Ergebnis: Supersound. Ich möchte aber bei kleineren Gigs nicht alles mitschleppen, sondern eben nur das IPAD 4 16 GB, Kauf 2013 Updates erfolgt..ich bin „nur“Anwender“ Eingerichtet hat mir das IPAD 4 jemand, der nicht mehr „greifbar“ist.könnt ihr mir weiterhelfen??danke für Rückinfo…

  17. Vielen Dank für die schöne Übersicht.
    Kann momentan leider keine neuen Apps ausprobieren, da ich nicht downloaden kann, sitz grad in der Arbeit.

    Ich nutze am Windows PC zum beschneiden von langen Aufnahmen (20-50 min) MP3directcut und möchte das gerne jetzt auf meinem Galaxy Note 10.1 machen, damit ich nicht immer den Laptop mitschleppen muss.

    Hättest du dazu einen Tipp mit welcher App das funktioniert?
    Ich hab schon die vielen verschiedenen MP3 Cutter, Ringtonemaker, usw getestet, allerdings beschneiden mir die die Aufnahme immer auf 30sec??

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  20. Hallo Ulrich,
    Danke für die wertvolle Übersicht über Kompositions-Apps. Leider erfüllen die meisten dieser Apps nicht meine Erwartung. Was ich mir wünsche, ist eine App, in der man, wie in eine Konzertpartitur, Noten, Vorzeichen, Pausen, Taktstriche, Lauter- und Leiser-Zeichen, etc und natürlich die Instrumente einträgt, und die anschließend dann die erschaffene Komposition den Vorgaben entsprechend abspielen kann. Gibt es so etwas?
    Mit den besten Grüßen
    Martin

  21. Leider kenne ich so eine App nicht bin aber für Hinweise Dankbar. Soweit ich weiß hat Cubase so einen Partitur Modus, bei der man über sich die Musik mit klassischen Noten zusammenklicken kann. In modernerem Gewand können das praktisch alle Midi DAWs.

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