Let’s have #FunWithMasks!

Masken tragen tut nicht weh.*

Und Masken tragen kann richtig Spaß machen.
Hier sammele ich kreatives zum Thema Masken. Denn wir können das nützliche mit dem Angenehmen verbinden und #FunWithMasks haben. Schickt mir eure kreativen Ideen, Bilder, Selbstinszenierungen usw..

Denn:

Nur gemeinsam können wir #Corona aufhalten.
Lasst uns alle #Wellenbrecher sein! 🌊💪😷

Und wenn noch nicht geschehen, schau dir gerne das Video an.

Schickt uns gerne eure kreativen Ideen und Bilder:

https://twitter.com/ulrich1000/status/1316814306139398146

Im „Einen Monat Wellenbrecher Video“ zeigen wir eine Auswahl:

Vorweg aber erklärt uns die Sendung mit der Maus die verschiedenen Masken und wie sie wirken. Dass sie wirken ist wird ausführlich und wissenschaftlich fundiert hier erklärt.

Leucht Masken

Ich habe einige Modelle ausprobiert. Diese hier gefallen mir am besten. Sie leuchten in 7 Farben und können auch blinken. Außerdem haben sie eine eingenähte Tasche für Wechselfilter.

Gedruckte Masken

Bild machen, auf eine Maske drucken lassen und fertig.

Ich hatte mit dieser Maske schon innerhalb eines Tages so viel Freude. Mir macht es großen Spaß Menschen zu irritieren. So kommt man schnell in ein positives Gespräch über Masken #AHAA, #Wellenbrecher und so. Perfekt!

Ich habe mir und ein paar Freunden solche Gesichtsmasken erstellt. Großes Kino.

Außerdem habe ich auch gleich ein paar Wellenbrecher Masken erstellt.


Die beiden oberen Masken kosten 5 Euro, die untere 12. Wenn man mehr nimmt, wird es billiger. Genutzt habe ich den Dienst MeinFoto.de, die auch Angaben machen, wie man die Masken sterilisieren kann. Es gibt aber viele Anbieter. Hier kann man sich auch FFP2 und FFP3 Masken zum selber drucken gestalten. Diese werden vom Robert Koch Institut zur Behandlung und Pflege von Patient*innen, die mit dem Coronavirus infiziert sind empfolen. Wobei Masken mit Ventil in der Regel nur zum Eigenschutz taugen, da die ausgeatmete Luft nicht gefiltert wird.

Das Wellenbrecher Motiv zum selber Drucken gibt es hier zum Download.

Selbstgenähte Masken

Im April 2020 hat eine Freundin diese Maske diese Maske gemacht und geschenkt. Danke!

Faceshields

Zu Beginn der Pandemie, als Masken knapp waren, haben viele Maker Faceshields mit dem 3D Drucker gedruckt. Inzwischen wissen wir aber, dass Faceshields keine Aerosole abhalten und erheblich weniger Schutz bieten als Alltagsmasken. Als zusätzlicher Schutz zu einer Maske können sie aber sinnvoll sein und werden so auch in Kliniken eingesetzt.

Sie zu machen, hat mir aber trotzdem viel Freude bereitet.

More #FunWithMasks

Corona Sterntaler

Gecco 2020

Tommy Krappweis featuring „Bernd das Brot“

#DrostenUltras

Im Video mit Gruß an #Wellenbrecher und Theresa Hannig.

Cosplay

Cosplayer haben #FunWithMasks
Cosplayerinnen: C&F Cosplay Factory
Fotografin: Mika

Volksverpetzer

Mund-Nasen-Maske Schütze dich so?

Die 1 Millionen Euro Maske

Die Maus erklärt unterschiedlichen Masken

*Ausser ihr müsst die Maske den ganzen Tag anhaben wie viele.
Und ey, Klatschen reicht nicht. Daher unterstütze ich die Streiks im Öffentlichen Dienst.

#Wellenbrecher

Aus „Das kann doch nicht sein!“
wurde „Wir können etwas tun!“
wurde #Wellenbrecher.
Innerhalb von 24 Stunden wurde das Video mehr als 10.000 mal angeschaut und ging auf Twitter Trending.
Hier sammele ich Material über die Video-Kampagne.

Wellenbrecher Videos

Und auf Instagram.

Wellenbrecher sein

Was kannst du jetzt tun, um Wellen zu brechen?

  1. Like, kommentiere, teile das Video. 
  2. Poste das „48 Wellenbrecher“ Video oder dein persönliches “Ich bin ein(e) Wellenbrecher(in)”-Video auf deinen Kanälen.
  3. Nutze den #Wellenbrecher Hashtag.
  4. Werde kreativer Wellenbrecher und mach #ahaa zum Thema. Zum Beispiel mit unserem Wellenbrecher Update #FunWithMaks.

Alle #Wellenbrecher Videos/Bilder zum Teilen.

Kurzlink zum Video: https://t1p.de/wellenbrecher 

Social Media

Kurz nach der Premiere auf Youtube…

ging der #Wellenbrecher Hashtag trending.

Bild

Ausgewählte Tweets:

Besonders bewegt hat mich der Tweet der SPD Vorsitzenden Saskia Esken und die vielen Antworten darauf. Um als Politiker auf Social Media erreichbar zu sein braucht man ein dickes Fell.

Blitzkrieg Werbung

4 Tage nach veröffentlichung hatte das Wellenbrecher-Video 13.000 views und überwiegend positive Kommentare. Doch dann machte Attila Hildmann in seiner Telegramgruppe mit seinem „Daumen runter Blitzkrieg 👎👎👎⚡️⚡️“ Werbung für uns.

Innerhalb kurzer Zeit bekamen wir ca. 3000 👎 und 800 teils schwurblige, teils bedrohliche Kommentare. Doch „There is no bad press“. Denn viel „Engagement“ mag der Youtube Algorithmus. Und so hat uns Attilas Blitzkrieg ca. 10.000 extra-views gebracht. Danke Attila!Notiz am Rande: Wir dachten erst an einen Bot und versuchten Youtube zu erreichen. Das klappte aber trotz Fax nach Dublin, persönlichem Besuch im Büro in München und mehrerer Presseartikel bislang nicht. Krass, wie sehr sich der Google Konzern einmauern kann. 

Wellenbrecher – Baden Württemberg

Am 21.10.2020 hat auch Baden-Württemberg eine Wellenbrecher Kampagne gestartet. Dank ihrer Initiative kann man sein Profilfoto auf Facebook jetzt auch mit einem Wellenbrecher Rahmen versehen.

Artikel über #Wellenbrecher

Weitere Fundstücke? Schreiben sie mir am besten auf Twitter.

Faszinierend? Youtube für Medienpädagogen

Seit einigen Jahren darf ich beim beim „Zertifikatskurs Medienpädagogische Praxis“ (#mepps) einen kurzweiligen Abend zum Thema „Creative Gaming“ und eine Einheit über „Youtube für Medienpädagogen“ halten.

Das ist mir wegen der immer spannenden Teilnehmer und gerade auch der Organisatoren (re:publica Klassentreffen) eine große Freude!

Ich habe mich entschlossen die Präsentation über Youtube zu veröffentlichen. Auch wenn die Präsentation nicht für sich selbst spricht ist sie vielleicht für den ein oder Anderen interessant.

Wichtiger Teil des Workshops ist das Hochladen von Videos auf Youtube. Wegen Corona haben die Teilnehmer nicht individuell sondern wir gemeinsam ein Video hochgeladen und zwar die „Slow Motion Challenge“ für Corona Allein Zu Haus.

Wobei ich empfehle nicht die an sich praktische automatische embed Funktion von WordPress zu nutzen, sondern stattdessen folgenden Code zu verwenden:

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/xseeon8zpjA?rel=0" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Wobei “xseeon8zpjA” durch die Adresse des jeweiligen Videos ersetzt werden sollte: (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=xseeon8zpjA). So wird der erweiterte Datenschutzmodus genutzt und es werden nach dem Video nicht irgendwelche, sondern andere Videos aus dem jeweiligen Kanal vorgeschlagen (?rel=0).

Liebe Organisatoren, liebe Teilnehmer: Wir sehen uns!

Vielen Dank an die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz und das Medienkompetenzzentrum im Katholisch-Sozialen Institut des Erzbistums Köln (KSI) sowie das JFF für die vielen schönen Erinnerungen.

Gruppenbild nach dem Ausflug in Minetest.
Beim kurzweiligen Abend wird nicht nur gespielt, sondern auch mal mit Licht gemalt oder die 360 Grad Kamera ausgepackt.

Corona App? Keine Panik!

Viele Menschen sind wegen einer möglichen Überwachung durch Contact Tracing Apps beunruhigt. Spoiler: Zum Glück ist es nicht so schlimm. Hier will ich versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Erst geht es um Contact Tracing Apps und inwieweit sie die Privatphäre bedrohen könnten. Abschließend geht es darum, wieviel so eine App so bringt.

Gerade habe ich mit Florian Metzger-Noel geschrieben. Der ist nicht nur mein Kindergartenkumpel, sondern wir haben auch 8 Jahre lang die Computerspiele Firma Neokolor betrieben. Florian ist ein sogenanntes Scriptkiddy. Er ist programmierend aufgewachsen. Außerdem ist er ein kritischer Geist mit dem ich gerne über Politik diskutiere. Was Flo zum Thema Android Update für die Tracing Apps meinte fand ich interessant:

Update: Die Corona app ist veröffentlicht.

16.6.2020 wurde die #CoronaWarnApp veröffentlicht.

Den Installationsprozess der App habe ich in einem Video Schritt-für-Schritt erklärt. Dabei lese ich (fast) alle Texte und versuche auf Hintergründe einzugehen.

Update Ende ////////

Warum Tracing App?

Covid-19 ist nicht nur eine Grippe sondern eine weltweite Pandemie mit hunderdtausenden Toten. Und das trotz der vorher undenkbaren Maßnahmen um die Pandemie zu verlangsamen. Ohne diese sähe es VIEL schlimmer aus. Wer mehr zum Thema „Informieren in Zeiten von Corona“ oder Fake News wissen will, dem lege ich meinen Artikel zu Herzen.

Damit die einschneidenden Maßnahmen möglichst zielgenau und effizient ergriffen werden können (und nicht einfach ALLE nicht mehr raus dürfen), ist es wichtig, dass Menschen wissen, dass sie möglicherweise Covid-19 haben und Gegenmaßnahmen ergreifen können. Denn sonst gefährden sie sich und vor allem Andere. Um in solchen Fällen zu unterstützen haben wir in Deutschland Gesundheitsämter. In einem Pandemiefall versuchen die herauszufinden wer genau infiziert ist. Und dann versuchen sie die Kontaktpersonen der Corona-Infizierten zu ermitteln und zu kontaktieren.

Das ist bei so vielen Infizierten eine Riesenaufgabe. Zwar wurden die Gesundheitsämter in letzter Zeit massiv ausgebaut aber trotzdem sind sie mehr oder weniger überlastet. Aber zum Glück haben wir heute technische Möglichkeiten zur Verfügung sie bei ihrer Arbeit unterstützen könnten. Viele davon bündeln sich in den Smartphones, die wir (fast alle) ständig dabei haben.

Aber führt Contact Tracing per App nicht zu mehr Überwachung?

Nicht unbedingt. Eine Kontaktnachverfolgung von möglichen Covid-19-Infizierten mit Handydaten muss nicht zu mehr Überwachung führen, sondern kann auch datenschutzfreundlich ausgestaltet werden. Warum das so ist haben Netzpolitik.org sowie Linus Neumann, der Sprecher des Chaos Computer Club erklärt. Die „Aktuelle Stunde“ des WDR hat die Thematik in einem Video anschaulich und Kompakt zusammengefasst:

Wer es ausführlicher will, dem empfehle ich das Jung und Naiv Interview von Constanze Kurz (ehrenamtliche Sprecherin des CCC und Autorin bei Netzpolitik):

Alternativ kann man sich auch hier auf Deutsch und Englisch über die Funktionsweise der geplanten App informieren.

Die Bundesregierung ist (nach etwas Widerstand) auf die Forderungen des ccc und anderer Datenschützer eingegangen. Die App wird zwar von Telekom und SAP entwickelt aber

  • die Daten werden anonym erhoben und dezentral verwaltet
  • die App soll Open Source sein
  • die Installation und die Angabe, dass man positiv auf Corona getestet wurde, muss aktiv durch die Handynutzer erfolgen.

Ob die App all das auch wirklich erfüllt wissen wir aktuell natürlich noch nicht. Denn sie ist noch nicht fertig. Also heißt es weiterhin: Wachsam bleiben.

Android / iOS Updates

Für die Tracing App die Bluetooth LE Technologie zu nutzen war eine clevere Idee, da so keine Standortdaten erhoben werden müssen. So eine Nutzung von Bluetooth LE ist aber in den Betriebssystemen nicht vorgesehen. Wenn jemand jetzt eine App entwickelt, wie erwünscht funktionieren soll, dann würde die se nur richtig funktionieren, wenn die App aktiv ist. Das heißt (etwas verkürzt) der Bildschirm müsste fast die ganze Zeit an sein. Wenn das Handy im Ruhezustand ist, so wie meistens in der Hosentasche, dann würde zumindest iOS die App nach kurzer Zeit pausieren. Unter Anderem da einzelne Apps nicht die den ganzen Akku leersaugen sollen. Das heißt, die App würde dann nicht funktionieren und Kontakte werden nicht erfasst. Ausserdem wäre es ein großer Aufwand, dass so eine App auch zwischen Google und Apple Geräten Daten austauschen könnte.

Daher haben sich Google (Android) und Apple (iOS) anfang April zusammen gesetzt und eine ungewöhnliche Kooperation angekündigt. Seitdem haben sie in Zusammenarbeit mit zahlreichen Gesundheitsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler*innen, Regierungen und Datenschutzexpert*innen einen gemeinsamen Standart entwickelt und diesen in ihre Betriebssysteme integriert. Damit können sich die Smarphones beider Anbieter grundsätzlich untereinander „verstehen“ und zwar auch, wenn sie im Ruhemodus sind.

Über die Kooperation von Apple und Google

Seit wenigen Tagen ist die Bluetooth Schnittstelle nun fertig. Auf Apple Smartphones kann seit 20.5.20 die Version 13.5. installiert werden. Auf Android Geräten wird die Schnittstelle automatisch installiert.

Warum automatische Installation bei Android Geräten?

Diese automatische Installation beunruhigt viele Menschen, die das Gefühl haben, hier keine Kontrolle ausüben zu können. Es gibt aber handfeste und gute Gründe dafür, warum es gut ist, dass Google nicht wie Apple ein Update zur manuellen Installation zur Verfügung stellt.

Wenn Apple ein Update für iPhones zur Verfügung stellt, dann können dies die Endkunden sofort installieren. Bei Android ist das Anders. Hier müssen die Gerätehersteller wie Samsung, LG und co. die Updates erst an ihre vielen Smarphonevarianten anpassen. Und das machen sie in der Regel nur für Geräte, die noch recht aktuell sind. Ich habe mir mal ein Motorola (damals Teil von Google) Tablet gekauft. Für das gab es nie die beim Verkaufstart eigentlich aktuelle Android Version. Und auch wenn ein Gerätehersteller das Update angepasst hat, müssen die Netzanbieter (Telekom, Vodafone und Telefonica) dieses noch mal abnicken. Und das dauert auch noch mal. Erst dann können das die Endkunden installieren.

Und das wäre für die deutsche Contact Tracing App, die Mitte Juni erwartet wird einfach zu spät. Und nur wenn diese von vielen Menschen installiert und genutzt wird hilft sie beim Nachvollziehen der Infektionsketten wirklich weiter.

Google hat aber die Möglichkeit Updates auch direkt über die „Playstore Services“ einzuspielen. Diese automatischen Updates passieren ohne Hinweis für die Nutzer. Dieser hat also keine Möglichkeit zu widersprechen. Auf der anderen Seite funktioniert das Contact Tracing nach dem Update gar nicht eigenständig. Denn jetzt ist erst eine Schnittstelle vorhanden um Contact Tracing mittels Bluetooth LE zu ermöglichen. Bei Android und iOS können die Schnittstellen nur durch bestimmte Apps genutzt werden. Und für diese haben Google und Apple hohe Hürden gelegt.

  • Die Schnittstelle darf nicht in Zusammenhang mit Ortsdaten verwendet werden.
  • Eine Contact Tracing App muss vom Handybesitzer aktiv heruntergeladen und dem Tracing explizit zugestimmt werden.
  • Pro Land darf es nur eine Contact Tracing App geben, die von den jeweiligen Regierungen zertifiziert ist.
  • Google und Apple behalten sich vor die Schnittstelle nach Abklingen der Epidemie für einzelne Länder wieder zu deaktivieren.

Telekom und SAP können nun die App für Deutschland fertigstellen. Sie haben auch schon ersten Code als Open Source veröffentlicht.

Installieren oder nicht? Das ist hier die Frage.

Erst mal gibt es noch keine App, die man installieren könnte. Diese soll aber mitte Juni kommen. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, die großes Misstrauen gegenüber Google/Apple und teilweise auch Bundesregierung hegen.

Vor allem diejenigen unter ihnen die keine bis wenig Ahnung von Programmierung und Computern haben sind gerade sehr skeptisch und lehnen Tracing Apps ab.

Interessant finde ich aber, dass die, die Ahnung von Programmieren und Datenschutz haben die Vorgehensweise von Google, Apple und der Bundesregierung sehr begrüssen. Ein Beispiel ist der oben erwähnte Florian Metzger-Noel.
Einem anderen Freund ist Datenschutz noch wichtiger und er verzichtet bewusst auf Facebook, Whatsapp und co. und blockt deren Skripte auf Webseiten konsequent. Dafür nimmt er Nachteile in Kauf (selbst Ausschluss aus sozialen Netzwerken, viele Webseiten funktionieren nicht einwandfrei). Er hat ein Android Telefon, aber eines ohne Google Services. Bei ihm gibt es also kein Google Maps oder keinen Playstore. Mit so einem Android Telefon ohne Google ist man zwar viel Sicherer vor Überwachung, dafür ist es aber auch weniger komfortabel. Dieser Freund würde gerne die Tracing App nutzen (natürlich nur nachdem Expertenorganisationen wie der ccc oder Netzpolitik sie überprüft haben). Das wird für ihn aber gar nicht so einfach, da das Update eben über einen der Google Services passiert ist, die er ja normalerweise blockiert. Er wird also auf ein Update des Android Systems warten müssen, dass aber frühestens in einigen Monaten erscheint.

Fazit: Ja seid kritisch bei Themen wie Datenschutz. Aber bitte gebt der Tracing App eine Chance. Die App scheint* wirklich sehr sensibel mit euren Daten umzugehen und gibt euch auch anscheinend* alle Kontrolle über die Verwertung dieser.

Wie effektiv wird die Tracing App?

Das ist leider noch nicht so klar. Hier gibt es zwei Punkte zu beachten.

Wie gut misst die App?

Bluetooth LE ist nicht perfekt und es wird zu falsch positiven Ergebnissen kommen. Also dass die App denkt, ihr wärt jemand zu nahe gekommen, obwohl ihr z.B. durch eine Wand getrennt wart. Wie gut die App hier hilft wissen wir nicht. Wenn sie von vielen Menschen genutzt wird, kann sie aber die Arbeit der Gesundheitsbehörden stark vereinfachen.

Nutzen ausreichend viele Leute die App?

Genau das ist der Knackpunkt. Wie viele Leute

  1. haben ein Handy,
  2. werden die App installieren,
  3. sie dann auch öffnen,
  4. haben das Handy immer dabei und
  5. lassen dauerhaft Bluetooth an?

Tomas Pueyo hat das exemplarisch an Singapur (sehr hohes Vertrauen in die Behörden) exerziert. Dort haben ende April weniger als 30% die Corona App installiert und nur ein Teil nutzt die App aktiv. Eine so geringe Penetration hilft nur sehr bedingt bei dem Nachverfolgen der Infektionsketten.

Tweet by Tomas Pueyo.

Die Zusammenarbeit zwischen Google, Apple ist und den Gesundheitsbehörden ist hier positiv anzumerken. Aber auch sie hilft nichts gegen die Trägheit der Menschen. Auch hier ein Beispiel von Tomas Pueyo.

In Deutschland muss man sich aktiv darum bemühen (opt-in), dass man nach seinem Tod als Organspender in Frage kommen kann (12% entscheiden sich dafür). In Frankreich geht man davon aus, dass die Leute Widersprechen, wenn sie etwas gegen Organspende haben. Hier kommen mehr als 99% als Organspender in Betracht.

Ich persönlich sehe eine ähnliche Situation bei einer Contact Tracing App. Zwar gehe ich davon aus, dass eine Große Mehrheit grundsätzlich für die Nutzung der App ist. Aber nur wenige werden sie wirklich installieren.

Im sehr datenschutzsensiblen Deutschland wird es nicht zu einer Opt-Out Regelung kommt. Also dass die App (nicht nur die Schnittstelle) automatisch installiert wird und man aktiv einer Nutzung Widersprechen muss. Das haben nicht nur die Bundesregierung, sondern auch Apple und Google ausgeschlossen. Eine Diskussion wie von Tomas Pueyo angestossen macht hier daher wenig Sinn.

Was bleibt also zu tun?

Bitte informiert euch, ob ihr eine Contact Tracing App nutzen wollt oder nicht. Fragt gerne eure Tech-Freunde, was sie dazu meinen oder recherchiert bei kritischen Datenschutzexperten wie dem ccc Oder Netzpolitik.

Wenn ihr wie ich zu dem Ergebnis kommt, dass es für euch ok ist eine Tracing App zu nutzen* und ihr euch damit aktiv an der Bekämpfung der Pandemie beteiligen wollt, dann installiert und nutzt die Tracing App auch.

Denn wenn das viele machen, dann rettet ihr nicht nur Menschenleben, sonder dann klappt das auch mit der Lockerung der Corona Maßnahmen.

Bleibt gesund!

*Vorbehaltlich des Tests der fertigen App durch Experten wie CCC und Netzpolitik.

Informieren in Zeiten von Corona

Hier sammele ich für mich Links über die Covid19 Pandemie und unserem Umgang mit ihr. Keine Zeit? Alles was man heute über das Virus weiß hat „Die Zeit“ am 3.8. kompakt zusammen gefasst.

Covid19 verstehen

Tomas Pueyo schreibt tolle Hintergrundartikel zum Thema. Unter den Artikeln finden sich Links zu den Versionen in anderen Sprachen. Ich folge ihm auch aufmerksam auf Twitter.

Coronavirus: Why You Must Act Now (10.03.20)
Coronavirus: The Hammer and the Dance (16.03.20)
Coronavirus: Out of Many, One (20.04.20)
Coronavirus: Learning how to dance
Part 1: A Dancing Masterclass, or What We Can Learn from Countries Around the World (20.04.20)
Part 2: Coronavirus: The Basic Dance Steps Everybody Can Follow (23.04.20)
Part 3: Coronavirus: How to Do Testing and Contact Tracing (28.04.20)
Part 4: Coronavirus: Isolations and Quarantines – Not yet published as of (unpublished)
Part 5: Coronavirus: Prevent Seeding and Spreading (13.05.20)
Should We Reopen Churches? (30.05.20)
Coronavirus: Should We Aim for Herd Immunity Like Sweden? (09.06.20)
Coronavirus: How to Reopen Travel Safely (25.06.20)

Christian Drosten ist weltweit einer der Top Experten zum Thema Corona Viren. In seinem NDR Podcast informierte er lange täglich und inzwischen zwei mal die Woche. Das ist eine Menge Hörstoff. Daher gibt es auch Zusammenfassungen und durchsuchbare Scripte.

Wie lange wird uns die Covid19 Pandemie noch beschäftigen?

Auf den Punkt ((1:47) bringt das Mai Thi Nguyen-Kim am 8.4.2020:

In ihrem Video vom 1.4.2020 erklärt sie ausführlicher warum wir vermutlich noch zumindest ein Jahr mit der Pandemie zu tun haben werden und warum eine zu frühzeitige Lockerung der Maßnahmen keine gute Idee ist. Ihr Argumentationsweise deckt sich weitgehend mit der oben verlinkten von Tomas Pueyo. Sie befasst sich aber primär mit der Situation in Deutschland und sie drückt sich auch für ältere Kinder und Jugendliche verständlich aus.

Es gibt Berichte, dass sich einige Menschen mehrfach infiziert haben. Außerdem gibt es Unterstuchungen, dass die Antikörper schon nach kurzer Zeit verschwinden würden, was eine Impfung weniger effektiv machen würde.
Wir wissen zwar schon mehr als am Anfang der Pandemie. So ist es relativ unwahrscheinlich sich bei guter Belüftung (draussen) und mit Mundschutz anzustecken. Auch wenn man sich näher als 1,5 Meter kommt. Daher haben auch die Black Lives Matter Demonstrationen anscheinend wenig Auswirkungen auf die Infektionen. Aber trotzdem wissen wir noch ganz vieles nicht. Auch wenn ein Impfstoff noch länger auf sich warten lässt oder weniger effektiv ist als von vielen erhofft, ist es doch wahrscheinlich, dass die Behandlungsmethoden besser werden und daher die Krankheitsverläufe weniger schwer werden. Aktuelle Infos (14.07.20) dazu finden sich hier.

Deutschland und andere reiche Länder haben relativ viele Ressourcen um die negativen Auswirkungen der Pandemie abzufedern. Ein paar Länder haben auch viele Ressourcen aber leider eine politische Führung, die bei der Bekämpfung der Pandemie hinderlich ist.
Viele Menschen befinden sich aber in Ländern die wenige Ressourcen haben bzw. die durch Bürgerkriege zerrissen werden. Diese sind oft weniger vernetzt und die Pandemie wird sich dort erst später stark verbreiten. Ich befürchte, dass dann (global gesehen) das Sterben erst wirklich los geht. Doch dann wird uns das Thema Covid19 weniger beschäftigen, denn dann ist die Gefahr für uns persönlich weitgehend gebannt. Dann wird uns ihr Sterben recht egal sein. So war das schon immer.


Jede Krise bringt Änderungen mit sich. Einige, die wir vermutlich behalten wollen nennt Axios. Auch ich habe mein Home Office, Lebensmittel Lieferdienste und die schönen Restaurant- statt Parkplätzen schätzen gelernt. Und in der Bildung sind wir gerade gezwungen vieles neu zu denken. Ich gehe davon aus, dass wir mehr und mehr Zeit in Virtual Game Spaces statt in drögen Zoom Meetings verbringen werden.

https://twitter.com/ulrich1000/status/1265576661799579650

„Corona-Apps“: Sinn und Unsinn von Tracking

Eine Kontaktnachverfolgung von möglichen Covid-19-Infizierten mit Handydaten muss nicht zu mehr Überwachung führen, sondern kann auch datenschutzfreundlich ausgestaltet werden. Warum das so ist erklären Netzpolitik.org sowie Linus Neumann, der Sprecher des Chaos Computer Club. Die „Aktuelle Stunde“ des WDR hat die Thematik in einem Video anschaulich und Kompakt zusammengefasst:

Wie die von Netzpolitik und dem CCC angesprochenen Contact Tracing Apps funktionieren erklärt republik.ch.
(Diese sind übrigens nicht zu verwechseln mit Contact Tracking Apps, die aus Datenschutzgründen sehr problematisch und zumindest in Deutschland vom Tisch sind. Also zurück zu den Contact Tracing Apps:)
Im europäischen Konsortium PEPP-PT (Kontakterfassungs-Framework zur Bekämpfung der Ausbreitung von Covid-19) haben sich viele Organisationen zusammengeschlossen um gemeinsam an solchen Contact Tracing Apps zu arbeiten die DSGVO konform und über Ländergrenzen hinweg funktionieren und dabei weder persönliche Daten, Standort oder Mac-Adresse speichern oder übertragen. Großartig! Bis 25.4.2020 herrschte im Konsortium ein Richtungsstreit über die Frage, ob ein zentralisierter oder dezentraler Ansatz verfolgt werden soll. Der CCC bevorzugt dezentral. Denn wird das Matching über einen zentralen Server organisiert, dann fallen dort trotzdem spannende Daten an, die mit anderen Informationen verknüpft eine Zuordnung ermöglichen könnten. Nicht nur für autoritäre Regimes wäre so ein Datensatz spannend. Zentral oder dezentral ist unter Fachleuten noch strittig. Die Bundesregierung favorisierte lange den zentralisierten Ansatz. Inzwischen ist sie aber die dezentrale Lösung umgeschwenkt.

Allgemein wird in Deutschland die Freiwilligkeit zur Installation und Nutzung einer Contact Tracing App unterstrichen. Der von mir eingangs zitierte Tomas Pueyo vermutet aber, dass nicht ausreichen viele Personen so eine App nutzen würden und der Effekt dadurch verpufft.

Wie Contact Tracing Apps realisiert werden ist für mich aktuell einer der Knackpunkte der Debatte. Ein weiterer ist, ob wir eine Deutschlandweit einheitliche Regelung zu den Maßnahmen finden, die aber auf regionale Unterschiede Rücksicht nimmt.

UPDATE: Da sich beim Thema Contact Tracing App so vieles getan hat (z.B. hat Google die Contact-Tracing-Schnittstelle ohne Zustimmung der Besitzer auf ihre Android v), habe ich einen eigenen Artikel zum Thema verfasst.

Außerdem habe ich ein Video aufgenommen, in der ich ausführlich die Installation der App erkläre und dabei auf Hintergründe eingehe.

Weitere Artikel/Posts:

  • Egoismus in Zeiten von Corona

Ganz ehrlich, die Debatte darum, ob unsere Grundrechte derzeit zu Recht eingeschränkt sind oder wir uns schon auf dem…

Gepostet von Amelie Fried am Donnerstag, 9. April 2020

Fake News erkennen

Wodarg, Bhakdi, Hockertz und Co.. Ich bin erschreckt, wie viel Fake News bzw. schlecht recherchierte Nachrichten mich durch mein persönliches Netzwerk erreichen. „Zuerst denken, dann klicken“ ist das Motto von Mimikama. Ihre Übersicht zum Thema Covid19 wächst jeden Tag um 5- 10 Artikel. Doch die Corona Falschmeldungen finden ein Millionenpublikum und werden zum Beispiel auf Facebook 16 mal mehr geklickt als die dazu eingeblendeten Faktenchecks.

Marcus Anhäuser beschreibt gut den Frust, den ich fühle:

Das Ärgerliche an solchen angeblichen Experten, die in Wahrheit nur Besserwisser sind, ist, dass sie allen anderen so viel Zeit und Ressourcen kosten. Als hätte man sonst nichts zu tun. Eine alte Debunking-Wahrheit lautet: „Es ist ganz einfach, Unsinn und Halbwahrheiten in der Welt zu verbreiten, aber ungemein aufwändig sie zu entlarven und zurückzuholen“.

Marcus Anhäuser: Wodarg, Bhakdi und Co.: Die Besserwisser in Zeiten der Coronakrise

Philip Kreißel beschreibt in seinem Artikel lesenswert die auch von Wodarg und co. genutzten Verschwörungs-Narrative.

Ich finde es wichtig, dass wir gerade in Krisenzeiten kritisch sind und diskutieren: Was macht die Regierung? Sind die Maßnahmen gerechtfertigt? Wie informiere ich mich, wie informieren sich andere. Und natürlich haben wir verschiedene Interessen und Bewertungen und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Davon lebt Demokratie. Aber „den Medien“ oder „der Wissenschaft“ gegenüber überkritisch zu sein, aber unkritisch hinzunehmen, aufzusaugen oder gar zu verbreiten, was die angesprochenen vermeintlichen Experten für Thesen von sich geben? Das kann man in unserer freiheitlichen Demokratie. Aber man erweist ihr und seinen Mitmenschen damit keinen Dienst. Bei radikalen Außenseiterthesen sollte man immer erst die Frage stellen: wie verlässlich ist die Quelle? Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf spannt in diesem Zusammenhang in seinem Artikel Wissenschaftsleugnung in Zeiten von Corona einen Bogen von den Klimaleugnern zu den Coronaleugnern wie Wodarg. Was wir jetzt brauchen ist uns mit gut fundierten kritischen Stimmen auseinander zu setzen. Wie z.B. mit der von Hendrik Streeck, der in Heinsberg zu Corona forscht. Aber natürlich müssen wir auch diesen gegenüber kritisch sein.

Toll diskutiert das Thema Mai Thi Nguyen-Kim:

Aktiv werden

Nähe/3D Drucke Masken…

Ich bin unter die Maker gegangen und 3D-drucke eifrig FaceShields. Wie man diese druckt oder (als medizinische Einrichtung) beziehen kann steht für München hier. Überregional kann man sich bei MakerVsVirus informieren.

Weitere Ideen (Masken nähen, Desinfektionsmittel herstellen…) gibt es im Wiki des Fablab München.

Verhalte dich clever

COVID@Home ist eine kollaborativer Leitfaden zum Umgang mit Covid-19.
Hightlights:

  • Tipps für psychologisches Wohlbefinden
  • Bist du darauf vorbereitet, wenn sich jemand in eurem Haushalt ansteckt? Oder weißt du, wie du dich im Falle eines Falles am besten selbst versorgen kannst? Denn Vorsorge ist besser als Nachsorge.
  • Richtiger Umgang mit Masken und Bastelanleitung.
  • Hört auf zu rauchen.

An article reporting disease outcomes in 1,099 laboratory confirmed cases of covid-19 reported that 12.4% (17/137) of current smokers died, required intensive care unit admission or mechanical ventilation compared with 4.7% (44/927) among never smokers. Smoking prevalence among men in China is approximately 48% but only 3% in women; this is coupled with findings from the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019, which reports a higher case fatality rate among males compared with females (4.7% vs. 2.8%).

Covid-19: Smoking cessation could improve survival rates while also lowering the need for mechanical ventilation

Kreatives mit Medien

Tipps zum Umgang mit Medien in Zeiten von Corona

Von meinen Kollegen vom JFF.

#CoronaAlleinZuHaus

Mit meinem Kollegen vom 5. Stock habe ich „#CoronaAlleinZuHaus – Kreatives mit Medien statt Langeweile durch Sperre“ aus dem Boden gestampft und mit der Seite – die einfach nur gut tut – weiterhin viel Freude.

Lets Code Minecraft

13.4.2020 ist unser ComputerSpielAkademie-Kurs „Let’s Code Minecraft“ gestartet. So lerne ich gerade in der Arbeitszeit programmieren. 👾

Plague Inc.

Aktueller Spieletipp. Verstehen wie Pandemien funktionieren, in dem man selber ein Virus spielt, das versucht die Menschheit auszurotten.
Tipp: Erst möglichst wenige Symptome und stark ansteckend (wie Covid19), später dann auf Tödlichkeit mutieren. Für PC, Android und IOS. Hinweis aus der aktuellen Alternativlos-Podcast-Folge.


Quarantale

Mit Quarantale kreativ werden, wenn auch nicht immer mit Medien: 42 Challenges für eine angenehmere Zeit drinnen. Alleine, mit den Mitwohnpersonen, remote mit anderen. Ein bisschen Psychohygiene ohne Newsstream.
Alleine spielen oder mit anderen teilen.

Artikel über #wikifueralle

Wikipedia ist sehr „männerlastig“ und Frauen und * oft nur #mitgemeint.

Viele Wikipedia Autoren und Nutzer wollen das ändern. Konkret geht es um die Abschaffung des generischen Maskulinums-Zwang auf Wikipedia.
Angestoßen wurde das Thema durch Theresa Hannig, die auf Wikipedia Science Fiction Autorinnen suchte und keine fand. Denn Frauen sind bei Wikipedia eben nur mitgemeint.
Seitdem schlägt das Thema mächtig Wellen (Vice, Bento usw.). Für den Überblick will ich hier Links zu #wikifueralle sammeln.

Links

Du willst helfen?

Artikelliste

Für Menschen mit wenig Zeit empfehle ich als kurzen Einstieg ins Thema den Bento Artikel von Pia Seitler. In die Tiefe geht Markus Mäurer auf Tor Online. Theresa Hannig beschreibt in ihrem Blog, warum sie die Liste erstellt hat und kommentiert die die Diskussion über deren Löschversuche.


Jan Böhmermann macht Wikipedia in Neo Magazin Royale zum Thema.

Stand: 19.04.19 08:36

Terror in Zeiten von Social Media

Ich bin entsetzt über das Mordattentat in Neuseeland und spreche allen Opfern mein Beileid aus. Auf jeden Fall ist es wichtig zu überlegen, wie man die Opfer und ihre Angehörigen unterstützen kann. Und wie man verhindern kann, dass die Tat weitere inspiriert.

Es sind unschuldige, die sterben mussten beim Versuch rassistische Propaganda zu verbreiten. Der Anschlag war perfide auf die Funktionsweise von Soziale Medien abgestimmt. Wie Elizabeth Lopatto schreibt „Mord in Zeiten der Suchmaschinenoptimierung“. 

Ein Detail: Im Live Feed des Massakers wies einer der Mörder auf PewDiePie‘s populären Youtube Kanal hin. Damit zwang er PewDiePie, sich öffentlich von dem Gewaltakt zu distanzieren. Somit haben auch gleich dessen 12 Millionen Twitter Follower von dem Attentat erfahren. Im Pamphlet der Mörder wird wiederholt auf Name Dropping zurückgegriffen. Wohl ein Versuch um den Medien Vorlagen für Geschichten zu liefern – und so den Anschlag in den Medien zu halten.

Wie bekommen wir es ohne eine vollkommene Medienkontrolle hin, dass der Effekt von solchen geplanten Terrorattentaten weniger groß ist? Vielleicht dürfen wir nicht jedes Detail ausschlachten um darüber zu berichten. Und wir sollten immer wieder die Perspektive der Opfer von Christchurch und die ihrer Angehörigen übernehmen.

„As people become savvier about how to seize attention through social media, the major platforms — Facebook, Twitter, and Google — will have to figure out how to stop the dissemination of these materials as well as the praise or support of terrorist attacks like this one. Otherwise, they risk inspiring more copycat killings.“

Elizabeth LopattoThe Verge

#mitgemeint statt sichtbar

Frauen sind bei Wikipedia nur #mitgemeint. So sind „Autorinnen“ in der Suche unsichtbar. Denn aufgrund des in den Wikipedia-Regularien festgelegte generische Maskulinum kennt Wikipedia (und daher auch die Suche) nur Autoren.

Was könnte man dagegen tun?

  • Die Wikipedia Suche intelligenter machen?
  • Die Wikipedia Richtlinien bezüglich generisches Maskulinum ändern?

Beides konnte Theresa Hannig nicht. Daher hat sie eine Liste von Science Fiction AutorINNEN angelegt. In der männlich dominierten Wikipedia gab es dazu aber gleich einen Löschantrag.

Die „#frauenzählen“ Studie hat gezeigt, dass Autorinnen in der deutschen Literaturberichterstattung massiv benachteiligt werden.
Und das setzt sich in der männlich dominierten Wikipedia nicht nur fort, sondern wird wegen #mitgemeint noch verstärkt.

Auch Wikipedia selbst trägt dazu bei, dass die Seite als primär männlich wahrgenommen wird. „Artikel werden unter dem maskulinen Bezeichner (siehe generisches Maskulinum) angelegt“, heißt es in den Richtlinien zum Erstellen neuer Einträge. Ganz nach dem Motto: nicht-männliche Personen sind ja mitgemeint. „Aber die Software weiß das nicht“, sagt Theresa Hannig. Suchmaschinen richten sich nicht nach schwammigen Konnotationen, auf die man sich gesellschaftlich irgendwann mal so halb geeinigt hat – und die vollkommen zu Recht zunehmend in der Kritik stehen. Suchmaschinen arbeiten nur mit dem, was ganz konkret angezeigt wird. Und wenn Frauen nur implizit mitgemeint sind, tauchen sie eben auch nicht explizit in den Suchergebnissen auf.

Vice

Nach der starker Unterstützung auf Twitter und in der Löschdiskussion wurde der Löschantrag zurückgezogen:

Eine kleine Schlacht ist (vorerst) gewonnen. Die #mitgemeint Systematik bleibt auf Wikipedia aber bestehen.

Wir brauchen mehr Bewusstsein welche Auswirkungen die patriarchalen Strukturen in Gesellschaft und Sprache haben und wie wir diese bei unvorsichtiger Gestaltung des Internets fortschreiben.

In welchen Feldern finden sich ähnliche Probleme? Machine Learning ist hier ein heißer Kandidat.