#Wellenbrecher

Aus „Das kann doch nicht sein!“
wurde „Wir können etwas tun!“
wurde #Wellenbrecher.
Innerhalb von 24 Stunden wurde das Video mehr als 10.000 mal angeschaut und ging auf Twitter Trending.
Hier sammele ich Material über die Video-Kampagne.

Wellenbrecher Videos

Und auf Instagram.
Kapitelmarken:
0:31 Wie ist Uli auf die Idee zur Kampagne gekommen?
2:00 Theresa kämpft gegen das ewige „eh“.
2:46 Nils über was wir getan haben.
3:15 Theresa über das Bild „Wellenbrecher“.
4:00 Jeder kann etwas tun!
5:12 Selbst 3 „Dullies“ können was erreichen. Das zeigt was möglich ist.
6:24 Es sollte zum guten Ton gehören die App zu nutzen.
7:14 Aus #aha wird #ahaa
7:33 Theresa überzeugt als Datenschützerin.
8:02 Nis wurde durch die Querdenker Demos motiviert aktiv zu werden.
9:10 Über Julien und die anderen Leute im Hintergrund wie Patrick.
10:46 #ahaa tut nicht weh.
11:24 Wem Masken wirklich weh tun.
13:08 Legetime Kritik an den Corona Massnahmen und #AlarmstufeRot.
14:06 Ulis Rant zum Thema „Einschränkung der Grundrechte“.
17:00 Theresa über Aufmerksamkeit für Medien für die „Corona Demos“.

Wellenbrecher sein

Was kannst du jetzt tun, um Wellen zu brechen?

  1. Like, kommentiere, teile das Video. 
  2. Poste das „48 Wellenbrecher“ Video oder dein persönliches “Ich bin ein(e) Wellenbrecher(in)”-Video auf deinen Kanälen.
  3. Nutze den #Wellenbrecher Hashtag.
  4. Werde kreativer Wellenbrecher und mach #ahaa zum Thema. Zum Beispiel mit unserem Wellenbrecher Update #FunWithMaks.

Alle #Wellenbrecher Videos/Bilder zum Teilen.

Kurzlink zum Video: https://t1p.de/wellenbrecher 

Social Media

Kurz nach der Premiere auf Youtube…

ging der #Wellenbrecher Hashtag trending.

Bild

Ausgewählte Tweets:

Besonders bewegt hat mich der Tweet der SPD Vorsitzenden Saskia Esken und die vielen Antworten darauf. Um als Politiker auf Social Media erreichbar zu sein braucht man ein dickes Fell.

Blitzkrieg Werbung

4 Tage nach veröffentlichung hatte das Wellenbrecher-Video 13.000 views und überwiegend positive Kommentare. Doch dann machte Attila Hildmann in seiner Telegramgruppe mit seinem „Daumen runter Blitzkrieg 👎👎👎⚡️⚡️“ Werbung für uns.

Innerhalb kurzer Zeit bekamen wir ca. 3000 👎 und 800 teils schwurblige, teils bedrohliche Kommentare. Doch „There is no bad press“. Denn viel „Engagement“ mag der Youtube Algorithmus. Und so hat uns Attilas Blitzkrieg ca. 10.000 extra-views gebracht. Danke Attila!Notiz am Rande: Wir dachten erst an einen Bot und versuchten Youtube zu erreichen. Das klappte aber trotz Fax nach Dublin, persönlichem Besuch im Büro in München und mehrerer Presseartikel bislang nicht. Krass, wie sehr sich der Google Konzern einmauern kann. 

https://twitter.com/ulrich1000/status/1310710887032987648

Wellenbrecher – Baden Württemberg

Am 21.10.2020 hat auch Baden-Württemberg eine Wellenbrecher Kampagne gestartet. Dank ihrer Initiative kann man sein Profilfoto auf Facebook jetzt auch mit einem Wellenbrecher Rahmen versehen.


Plakat: „Was jetzt hilft“

cc by-sa SeniorenComputerClub Berlin-Mitte

In rot, blau und grün zum Download. Darf gerne angepasst werden.

Artikel über #Wellenbrecher

Weitere Fundstücke? Schreiben sie mir am besten auf Twitter.

Faszinierend? Youtube für Medienpädagogen

Seit einigen Jahren darf ich beim beim „Zertifikatskurs Medienpädagogische Praxis“ (#mepps) einen kurzweiligen Abend zum Thema „Creative Gaming“ und eine Einheit über „Youtube für Medienpädagogen“ halten.

Das ist mir wegen der immer spannenden Teilnehmer und gerade auch der Organisatoren (re:publica Klassentreffen) eine große Freude!

Ich habe mich entschlossen die Präsentation über Youtube zu veröffentlichen. Auch wenn die Präsentation nicht für sich selbst spricht ist sie vielleicht für den ein oder Anderen interessant.

Wichtiger Teil des Workshops ist das Hochladen von Videos auf Youtube. Wegen Corona haben die Teilnehmer nicht individuell sondern wir gemeinsam ein Video hochgeladen und zwar die „Slow Motion Challenge“ für Corona Allein Zu Haus.

Wobei ich empfehle nicht die an sich praktische automatische embed Funktion von WordPress zu nutzen, sondern stattdessen folgenden Code zu verwenden:

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/xseeon8zpjA?rel=0" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Wobei “xseeon8zpjA” durch die Adresse des jeweiligen Videos ersetzt werden sollte: (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=xseeon8zpjA). So wird der erweiterte Datenschutzmodus genutzt und es werden nach dem Video nicht irgendwelche, sondern andere Videos aus dem jeweiligen Kanal vorgeschlagen (?rel=0).

Liebe Organisatoren, liebe Teilnehmer: Wir sehen uns!

Vielen Dank an die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz und das Medienkompetenzzentrum im Katholisch-Sozialen Institut des Erzbistums Köln (KSI) sowie das JFF für die vielen schönen Erinnerungen.

Gruppenbild nach dem Ausflug in Minetest.
Beim kurzweiligen Abend wird nicht nur gespielt, sondern auch mal mit Licht gemalt oder die 360 Grad Kamera ausgepackt.

Corona App? Keine Panik!

Viele Menschen sind wegen einer möglichen Überwachung durch Contact Tracing Apps beunruhigt. Spoiler: Zum Glück ist es nicht so schlimm. Hier will ich versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Erst geht es um Contact Tracing Apps und inwieweit sie die Privatphäre bedrohen könnten. Abschließend geht es darum, wieviel so eine App so bringt.

Gerade habe ich mit Florian Metzger-Noel geschrieben. Der ist nicht nur mein Kindergartenkumpel, sondern wir haben auch 8 Jahre lang die Computerspiele Firma Neokolor betrieben. Florian ist ein sogenanntes Scriptkiddy. Er ist programmierend aufgewachsen. Außerdem ist er ein kritischer Geist mit dem ich gerne über Politik diskutiere. Was Flo zum Thema Android Update für die Tracing Apps meinte fand ich interessant:

Update: Die Corona app ist veröffentlicht.

16.6.2020 wurde die #CoronaWarnApp veröffentlicht.

Den Installationsprozess der App habe ich in einem Video Schritt-für-Schritt erklärt. Dabei lese ich (fast) alle Texte und versuche auf Hintergründe einzugehen.

Update Ende ////////

Warum Tracing App?

Covid-19 ist nicht nur eine Grippe sondern eine weltweite Pandemie mit hunderdtausenden Toten. Und das trotz der vorher undenkbaren Maßnahmen um die Pandemie zu verlangsamen. Ohne diese sähe es VIEL schlimmer aus. Wer mehr zum Thema „Informieren in Zeiten von Corona“ oder Fake News wissen will, dem lege ich meinen Artikel zu Herzen.

Damit die einschneidenden Maßnahmen möglichst zielgenau und effizient ergriffen werden können (und nicht einfach ALLE nicht mehr raus dürfen), ist es wichtig, dass Menschen wissen, dass sie möglicherweise Covid-19 haben und Gegenmaßnahmen ergreifen können. Denn sonst gefährden sie sich und vor allem Andere. Um in solchen Fällen zu unterstützen haben wir in Deutschland Gesundheitsämter. In einem Pandemiefall versuchen die herauszufinden wer genau infiziert ist. Und dann versuchen sie die Kontaktpersonen der Corona-Infizierten zu ermitteln und zu kontaktieren.

Das ist bei so vielen Infizierten eine Riesenaufgabe. Zwar wurden die Gesundheitsämter in letzter Zeit massiv ausgebaut aber trotzdem sind sie mehr oder weniger überlastet. Aber zum Glück haben wir heute technische Möglichkeiten zur Verfügung sie bei ihrer Arbeit unterstützen könnten. Viele davon bündeln sich in den Smartphones, die wir (fast alle) ständig dabei haben.

Aber führt Contact Tracing per App nicht zu mehr Überwachung?

Nicht unbedingt. Eine Kontaktnachverfolgung von möglichen Covid-19-Infizierten mit Handydaten muss nicht zu mehr Überwachung führen, sondern kann auch datenschutzfreundlich ausgestaltet werden. Warum das so ist haben Netzpolitik.org sowie Linus Neumann, der Sprecher des Chaos Computer Club erklärt. Die „Aktuelle Stunde“ des WDR hat die Thematik in einem Video anschaulich und Kompakt zusammengefasst:

Wer es ausführlicher will, dem empfehle ich das Jung und Naiv Interview von Constanze Kurz (ehrenamtliche Sprecherin des CCC und Autorin bei Netzpolitik):

Alternativ kann man sich auch hier auf Deutsch und Englisch über die Funktionsweise der geplanten App informieren.

Die Bundesregierung ist (nach etwas Widerstand) auf die Forderungen des ccc und anderer Datenschützer eingegangen. Die App wird zwar von Telekom und SAP entwickelt aber

  • die Daten werden anonym erhoben und dezentral verwaltet
  • die App soll Open Source sein
  • die Installation und die Angabe, dass man positiv auf Corona getestet wurde, muss aktiv durch die Handynutzer erfolgen.

Ob die App all das auch wirklich erfüllt wissen wir aktuell natürlich noch nicht. Denn sie ist noch nicht fertig. Also heißt es weiterhin: Wachsam bleiben.

Android / iOS Updates

Für die Tracing App die Bluetooth LE Technologie zu nutzen war eine clevere Idee, da so keine Standortdaten erhoben werden müssen. So eine Nutzung von Bluetooth LE ist aber in den Betriebssystemen nicht vorgesehen. Wenn jemand jetzt eine App entwickelt, wie erwünscht funktionieren soll, dann würde die se nur richtig funktionieren, wenn die App aktiv ist. Das heißt (etwas verkürzt) der Bildschirm müsste fast die ganze Zeit an sein. Wenn das Handy im Ruhezustand ist, so wie meistens in der Hosentasche, dann würde zumindest iOS die App nach kurzer Zeit pausieren. Unter Anderem da einzelne Apps nicht die den ganzen Akku leersaugen sollen. Das heißt, die App würde dann nicht funktionieren und Kontakte werden nicht erfasst. Ausserdem wäre es ein großer Aufwand, dass so eine App auch zwischen Google und Apple Geräten Daten austauschen könnte.

Daher haben sich Google (Android) und Apple (iOS) anfang April zusammen gesetzt und eine ungewöhnliche Kooperation angekündigt. Seitdem haben sie in Zusammenarbeit mit zahlreichen Gesundheitsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler*innen, Regierungen und Datenschutzexpert*innen einen gemeinsamen Standart entwickelt und diesen in ihre Betriebssysteme integriert. Damit können sich die Smarphones beider Anbieter grundsätzlich untereinander „verstehen“ und zwar auch, wenn sie im Ruhemodus sind.

Über die Kooperation von Apple und Google

Seit wenigen Tagen ist die Bluetooth Schnittstelle nun fertig. Auf Apple Smartphones kann seit 20.5.20 die Version 13.5. installiert werden. Auf Android Geräten wird die Schnittstelle automatisch installiert.

Warum automatische Installation bei Android Geräten?

Diese automatische Installation beunruhigt viele Menschen, die das Gefühl haben, hier keine Kontrolle ausüben zu können. Es gibt aber handfeste und gute Gründe dafür, warum es gut ist, dass Google nicht wie Apple ein Update zur manuellen Installation zur Verfügung stellt.

Wenn Apple ein Update für iPhones zur Verfügung stellt, dann können dies die Endkunden sofort installieren. Bei Android ist das Anders. Hier müssen die Gerätehersteller wie Samsung, LG und co. die Updates erst an ihre vielen Smarphonevarianten anpassen. Und das machen sie in der Regel nur für Geräte, die noch recht aktuell sind. Ich habe mir mal ein Motorola (damals Teil von Google) Tablet gekauft. Für das gab es nie die beim Verkaufstart eigentlich aktuelle Android Version. Und auch wenn ein Gerätehersteller das Update angepasst hat, müssen die Netzanbieter (Telekom, Vodafone und Telefonica) dieses noch mal abnicken. Und das dauert auch noch mal. Erst dann können das die Endkunden installieren.

Und das wäre für die deutsche Contact Tracing App, die Mitte Juni erwartet wird einfach zu spät. Und nur wenn diese von vielen Menschen installiert und genutzt wird hilft sie beim Nachvollziehen der Infektionsketten wirklich weiter.

Google hat aber die Möglichkeit Updates auch direkt über die „Playstore Services“ einzuspielen. Diese automatischen Updates passieren ohne Hinweis für die Nutzer. Dieser hat also keine Möglichkeit zu widersprechen. Auf der anderen Seite funktioniert das Contact Tracing nach dem Update gar nicht eigenständig. Denn jetzt ist erst eine Schnittstelle vorhanden um Contact Tracing mittels Bluetooth LE zu ermöglichen. Bei Android und iOS können die Schnittstellen nur durch bestimmte Apps genutzt werden. Und für diese haben Google und Apple hohe Hürden gelegt.

  • Die Schnittstelle darf nicht in Zusammenhang mit Ortsdaten verwendet werden.
  • Eine Contact Tracing App muss vom Handybesitzer aktiv heruntergeladen und dem Tracing explizit zugestimmt werden.
  • Pro Land darf es nur eine Contact Tracing App geben, die von den jeweiligen Regierungen zertifiziert ist.
  • Google und Apple behalten sich vor die Schnittstelle nach Abklingen der Epidemie für einzelne Länder wieder zu deaktivieren.

Telekom und SAP können nun die App für Deutschland fertigstellen. Sie haben auch schon ersten Code als Open Source veröffentlicht.

Installieren oder nicht? Das ist hier die Frage.

Erst mal gibt es noch keine App, die man installieren könnte. Diese soll aber mitte Juni kommen. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, die großes Misstrauen gegenüber Google/Apple und teilweise auch Bundesregierung hegen.

Vor allem diejenigen unter ihnen die keine bis wenig Ahnung von Programmierung und Computern haben sind gerade sehr skeptisch und lehnen Tracing Apps ab.

Interessant finde ich aber, dass die, die Ahnung von Programmieren und Datenschutz haben die Vorgehensweise von Google, Apple und der Bundesregierung sehr begrüssen. Ein Beispiel ist der oben erwähnte Florian Metzger-Noel.
Einem anderen Freund ist Datenschutz noch wichtiger und er verzichtet bewusst auf Facebook, Whatsapp und co. und blockt deren Skripte auf Webseiten konsequent. Dafür nimmt er Nachteile in Kauf (selbst Ausschluss aus sozialen Netzwerken, viele Webseiten funktionieren nicht einwandfrei). Er hat ein Android Telefon, aber eines ohne Google Services. Bei ihm gibt es also kein Google Maps oder keinen Playstore. Mit so einem Android Telefon ohne Google ist man zwar viel Sicherer vor Überwachung, dafür ist es aber auch weniger komfortabel. Dieser Freund würde gerne die Tracing App nutzen (natürlich nur nachdem Expertenorganisationen wie der ccc oder Netzpolitik sie überprüft haben). Das wird für ihn aber gar nicht so einfach, da das Update eben über einen der Google Services passiert ist, die er ja normalerweise blockiert. Er wird also auf ein Update des Android Systems warten müssen, dass aber frühestens in einigen Monaten erscheint.

Fazit: Ja seid kritisch bei Themen wie Datenschutz. Aber bitte gebt der Tracing App eine Chance. Die App scheint* wirklich sehr sensibel mit euren Daten umzugehen und gibt euch auch anscheinend* alle Kontrolle über die Verwertung dieser.

Wie effektiv wird die Tracing App?

Das ist leider noch nicht so klar. Hier gibt es zwei Punkte zu beachten.

Wie gut misst die App?

Bluetooth LE ist nicht perfekt und es wird zu falsch positiven Ergebnissen kommen. Also dass die App denkt, ihr wärt jemand zu nahe gekommen, obwohl ihr z.B. durch eine Wand getrennt wart. Wie gut die App hier hilft wissen wir nicht. Wenn sie von vielen Menschen genutzt wird, kann sie aber die Arbeit der Gesundheitsbehörden stark vereinfachen.

Nutzen ausreichend viele Leute die App?

Genau das ist der Knackpunkt. Wie viele Leute

  1. haben ein Handy,
  2. werden die App installieren,
  3. sie dann auch öffnen,
  4. haben das Handy immer dabei und
  5. lassen dauerhaft Bluetooth an?

Tomas Pueyo hat das exemplarisch an Singapur (sehr hohes Vertrauen in die Behörden) exerziert. Dort haben ende April weniger als 30% die Corona App installiert und nur ein Teil nutzt die App aktiv. Eine so geringe Penetration hilft nur sehr bedingt bei dem Nachverfolgen der Infektionsketten.

Tweet by Tomas Pueyo.

Die Zusammenarbeit zwischen Google, Apple ist und den Gesundheitsbehörden ist hier positiv anzumerken. Aber auch sie hilft nichts gegen die Trägheit der Menschen. Auch hier ein Beispiel von Tomas Pueyo.

In Deutschland muss man sich aktiv darum bemühen (opt-in), dass man nach seinem Tod als Organspender in Frage kommen kann (12% entscheiden sich dafür). In Frankreich geht man davon aus, dass die Leute Widersprechen, wenn sie etwas gegen Organspende haben. Hier kommen mehr als 99% als Organspender in Betracht.

Ich persönlich sehe eine ähnliche Situation bei einer Contact Tracing App. Zwar gehe ich davon aus, dass eine Große Mehrheit grundsätzlich für die Nutzung der App ist. Aber nur wenige werden sie wirklich installieren.

Im sehr datenschutzsensiblen Deutschland wird es nicht zu einer Opt-Out Regelung kommt. Also dass die App (nicht nur die Schnittstelle) automatisch installiert wird und man aktiv einer Nutzung Widersprechen muss. Das haben nicht nur die Bundesregierung, sondern auch Apple und Google ausgeschlossen. Eine Diskussion wie von Tomas Pueyo angestossen macht hier daher wenig Sinn.

Was bleibt also zu tun?

Bitte informiert euch, ob ihr eine Contact Tracing App nutzen wollt oder nicht. Fragt gerne eure Tech-Freunde, was sie dazu meinen oder recherchiert bei kritischen Datenschutzexperten wie dem ccc Oder Netzpolitik.

Wenn ihr wie ich zu dem Ergebnis kommt, dass es für euch ok ist eine Tracing App zu nutzen* und ihr euch damit aktiv an der Bekämpfung der Pandemie beteiligen wollt, dann installiert und nutzt die Tracing App auch.

Denn wenn das viele machen, dann rettet ihr nicht nur Menschenleben, sonder dann klappt das auch mit der Lockerung der Corona Maßnahmen.

Bleibt gesund!

*Vorbehaltlich des Tests der fertigen App durch Experten wie CCC und Netzpolitik.

Artikel über #wikifueralle

Wikipedia ist sehr „männerlastig“ und Frauen und * oft nur #mitgemeint.

Viele Wikipedia Autoren und Nutzer wollen das ändern. Konkret geht es um die Abschaffung des generischen Maskulinums-Zwang auf Wikipedia.
Angestoßen wurde das Thema durch Theresa Hannig, die auf Wikipedia Science Fiction Autorinnen suchte und keine fand. Denn Frauen sind bei Wikipedia eben nur mitgemeint.
Seitdem schlägt das Thema mächtig Wellen. Für den Überblick will ich hier Links zu #wikifueralle sammeln.

Links

Du willst helfen?

Artikelliste

Für Menschen mit wenig Zeit empfehle ich als kurzen Einstieg ins Thema den Bento Artikel von Pia Seitler. In die Tiefe geht Markus Mäurer auf Tor Online. Theresa Hannig beschreibt in ihrem Blog, warum sie die Liste erstellt hat und kommentiert die die Diskussion über deren Löschversuche. Lesenswert ist insbesondere ihr Fazit nach Scheitern der Meinungsbilder inklusive der Ideen, wie sich die Wikipedia weiter entwickeln könnte.
Allgemein zu empfehlen ist die Arte Dokumentation (youtube) zu 20 Jahren Wikipedia.

2019

  • Jochen G. Fuchs: Hat Wikipedia ein Problem mit Frauenfeindlichkeit?, Welt, 1.8.2019. „Bei Wikipedia ist der Streit über eine Autorinnen-Liste eskaliert. Der Vorfall wirft die Frage auf, ob Frauen dort generell benachteiligt werden. Einblicke in die schwierige Kultur der Online-Enzyklopädie.“
  • Diese Frauen kämpfen für eine inklusivere Wikipedi, Br.de, mit RADIOBEITRAG bei Bayern2 Zündfunk, 09.09.19.

2021

Ausschnitt ab 27:18 zum Thema
  • Maren Schürmann: 20 Jahre Wikipedia: Wer bestimmt, was die Welt wissen muss, WAZ.de, 14.01.2021. „Ein Mann aus Ennepetal hat 1740 Wikipedia-Artikel verfasst. Aber nicht jedes Thema ist relevant, wie eine Essener Autorin feststellte.“
  • Florian Koch: 20 Jahre Wikipedia: Emanzipation einer Toilettenwand, Abendzeitung, 14.01.2021. „Wissen schaffen und kostenlos teilen: Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird 20 Jahre alt. Ein Erfolg mit Tücken“.
  • Tagesticket – Der Früh-Podcast im B2 Radio, br.de, 15.01.2021. „Im Tagesticket erzählt der Gründer, Jimmy Wales, warum Wikipedia so großartig ist, aber auch wo die Enzyklopädie vor Problemen steht. Eines davon: Zu wenig Autorinnen und keine geschlechterneutrale Sprache, findet die Autorin Theresa Hannig.“
  • Christian Sachsinger: 20 Jahre Wikipedia – Zwischen Diktatur und Demokratie, br. de, 15.01.2021. „Zwei Jahrzehnte hat Wikipedia bereits auf dem Buckel. Hinter den Kulissen der Online-Enzyklopädie geht es manchmal rau zu. Doch trotz aller Streitigkeiten ist die deutsche Sektion von Wikipedia quicklebendig.“
  • Denis Giessler: Ungleich verteiltes Wissen, taz.de, 15.01.2021. „Wikipedia feiert seinen 20. Geburtstag. Mangelnde Diversität und ein Rückgang aktiver Nutzer:innen gefährden jedoch das Gemeinschaftsprojekt im Netz.“

Stand: 15.01.21

Terror in Zeiten von Social Media

Ich bin entsetzt über das Mordattentat in Neuseeland und spreche allen Opfern mein Beileid aus. Auf jeden Fall ist es wichtig zu überlegen, wie man die Opfer und ihre Angehörigen unterstützen kann. Und wie man verhindern kann, dass die Tat weitere inspiriert.

Es sind unschuldige, die sterben mussten beim Versuch rassistische Propaganda zu verbreiten. Der Anschlag war perfide auf die Funktionsweise von Soziale Medien abgestimmt. Wie Elizabeth Lopatto schreibt „Mord in Zeiten der Suchmaschinenoptimierung“. 

Ein Detail: Im Live Feed des Massakers wies einer der Mörder auf PewDiePie‘s populären Youtube Kanal hin. Damit zwang er PewDiePie, sich öffentlich von dem Gewaltakt zu distanzieren. Somit haben auch gleich dessen 12 Millionen Twitter Follower von dem Attentat erfahren. Im Pamphlet der Mörder wird wiederholt auf Name Dropping zurückgegriffen. Wohl ein Versuch um den Medien Vorlagen für Geschichten zu liefern – und so den Anschlag in den Medien zu halten.

Wie bekommen wir es ohne eine vollkommene Medienkontrolle hin, dass der Effekt von solchen geplanten Terrorattentaten weniger groß ist? Vielleicht dürfen wir nicht jedes Detail ausschlachten um darüber zu berichten. Und wir sollten immer wieder die Perspektive der Opfer von Christchurch und die ihrer Angehörigen übernehmen.

„As people become savvier about how to seize attention through social media, the major platforms — Facebook, Twitter, and Google — will have to figure out how to stop the dissemination of these materials as well as the praise or support of terrorist attacks like this one. Otherwise, they risk inspiring more copycat killings.“

Elizabeth LopattoThe Verge

#mitgemeint statt sichtbar

Frauen sind bei Wikipedia nur #mitgemeint. So sind „Autorinnen“ in der Suche unsichtbar. Denn aufgrund des in den Wikipedia-Regularien festgelegte generische Maskulinum kennt Wikipedia (und daher auch die Suche) nur Autoren.

Was könnte man dagegen tun?

  • Die Wikipedia Suche intelligenter machen?
  • Die Wikipedia Richtlinien bezüglich generisches Maskulinum ändern?

Beides konnte Theresa Hannig nicht. Daher hat sie eine Liste von Science Fiction AutorINNEN angelegt. In der männlich dominierten Wikipedia gab es dazu aber gleich einen Löschantrag.

Die „#frauenzählen“ Studie hat gezeigt, dass Autorinnen in der deutschen Literaturberichterstattung massiv benachteiligt werden.
Und das setzt sich in der männlich dominierten Wikipedia nicht nur fort, sondern wird wegen #mitgemeint noch verstärkt.

Auch Wikipedia selbst trägt dazu bei, dass die Seite als primär männlich wahrgenommen wird. „Artikel werden unter dem maskulinen Bezeichner (siehe generisches Maskulinum) angelegt“, heißt es in den Richtlinien zum Erstellen neuer Einträge. Ganz nach dem Motto: nicht-männliche Personen sind ja mitgemeint. „Aber die Software weiß das nicht“, sagt Theresa Hannig. Suchmaschinen richten sich nicht nach schwammigen Konnotationen, auf die man sich gesellschaftlich irgendwann mal so halb geeinigt hat – und die vollkommen zu Recht zunehmend in der Kritik stehen. Suchmaschinen arbeiten nur mit dem, was ganz konkret angezeigt wird. Und wenn Frauen nur implizit mitgemeint sind, tauchen sie eben auch nicht explizit in den Suchergebnissen auf.

Vice

Nach der starker Unterstützung auf Twitter und in der Löschdiskussion wurde der Löschantrag zurückgezogen:

Eine kleine Schlacht ist (vorerst) gewonnen. Die #mitgemeint Systematik bleibt auf Wikipedia aber bestehen.

Wir brauchen mehr Bewusstsein welche Auswirkungen die patriarchalen Strukturen in Gesellschaft und Sprache haben und wie wir diese bei unvorsichtiger Gestaltung des Internets fortschreiben.

In welchen Feldern finden sich ähnliche Probleme? Machine Learning ist hier ein heißer Kandidat.

Alternative Protestformen

Ich wurde gebeten eine Gruppe bei der Entwicklung von alternativen (künstlerischen) Protestformen zu unterstützen.

Hier sammele ich Beispiele und Links zum Thema. Ich freue mich auf Hinweise auf andere Beispiele und Ideen, um sie in den Artikel einzubauen.

The Yes Men

The Yes Men sind eine Netzkunst- und Aktivistengruppe, die Kommunikationsguerilla betreibt und mit einer Fälschung der Website der WTO bekannt wurde. Mitglieder der Gruppe geben sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele (Überidentifikation). Sie selbst bezeichnen dies als „Identitätskorrektur“ („identity correction“). [von Wikipedia]

Ganzer Film: The Yes Men Save The World

Peng Collective

Das Peng Collective ist eine Gruppe von Künstlern, Aktivisten, Handwerkern und Wissenschaftlern in Berlin. Das Kollektiv entwickelt subversive Aktionskunst mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu mutigeren Kampagnen zu bewegen. Peng infiltrierte mit falschen Identitäten mehrmals Veranstaltungen als Akt zivilen Ungehorsams. [von Wikipedia]

MODUS (AFDentskalender)

„MODUS ist ein Zusammenschluss von über 50 Menschen, die sich die Frage stellen “Was kann ich tun?”:
Aktivistinnen, Künstlerinnen, Journalistinnen, Designerinnen, Juristinnen, Musikerinnen, Lehrerinnen, Autorinnen, Gastronominnen, Fotografinnen, Theaterregisseure und -regisseurinnen, Filmschaffende und viele mehr.

Uns vereint der Wunsch unsere Kernkompetenzen sinnvoll einzusetzen im Kampf gegen den aktuellen Rechtsruck.
Wir wollen kreativ, solidarisch und unbequem sein. Mit Euch. Mit Uns. Aus der Bewegung heraus.“ [von modus.ist]

Adbusting Beispiel vom AFDentskalender

Guerilla Girls

Die Guerrilla Girls ist eine ursprünglich anonym operierende feministische Künstlerinnengruppe aus New York, deren Ziel es ist Sexismus und Rassismus in der Kunstwelt zu bekämpfen. In der Öffentlichkeit werden z. T. Gorillamasken getragen, um den Fokus auf ihr Handeln und Schaffen zu richten, nicht auf ihre Person als Individuen. [von Wikipedia]

Zentrum für Politische Schönheit

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist ein Zusammenschluss von etwa 70[1] Aktionskünstlern und Kreativen unter der Leitung des Philosophen und Aktionskünstlers Philipp Ruch. (…)
Die Mitglieder sehen ihre Gruppe als eine Denkfabrik, die Menschenrechte mit Aktionskunst verbinden soll. Ziel sei es, durch künstlerische Interventionen („Bewusstmachung“) auf „humanitäre Themen“ und den „Schutz von Menschenleben“ aufmerksam zu machen.[3] Genozide, Flüchtlingsbewegungen und politische Untätigkeit sind die bevorzugten Themen des ZPS. Wiedererkennungsmerkmal der Künstler sind mit Kohle geschwärzte Gesichter; die Asche soll als mahnendes Symbol an untergegangene Hochkulturen erinnern. [von Wikipedia]

Beitrag von Arte Tracks.

KAJUTO

KAmpagnen von JUgendlichen für TOleranz

„Die Idee hinter KAJUTO

KAJUTO sind von Jugendlichen selbst entwickelte Medienkampagnen für mehr Toleranz. Ziel ist es, Menschen toleranter und Jugendliche medienkompetenter zu machen. Bei KAJUTO wird ein Ansatz gewählt, der von den eigenen Vorurteilen gegenüber anderen ausgeht.

Eckdaten der Projektreihe

Das Projekt wird in Bayern zunächst in kleinen Gruppen mit regionaler Öffentlichkeit erarbeitet, wird überregional ausgebaut und endet mit einer bayernweiten öffentlichen Kampagne. KAJUTO wird von Medienpädagoginnen und -pädagogen des JFF sowie Werbefachleuten begleitet. Zielgruppe des Projekts sind Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, besonders aus bildungsbenachteiligten Milieus und aus strukturschwachen Gebieten. Die Kampagne ist für eine breite Öffentlichkeit gedacht und findet hauptsächlich im öffentlichen Raum und im Internet statt. Der Kampagnenflyer bietet weitere Infos rund um KAJUTO und steht zum Download bereit.“ [von kajuto.de]

KAJUTO giftig Poster2
Von Jugendlichen gestaltetes Plakat im Rahmen des KAJUTO Workshops ZWEIKULTUR.

Publikums Lightpaintings

Eine selbst entwickelte alternative Protestform stellt der Einsatz von Lightpainting in Kampagnen, wie z.B. bei der #wehretdenanfängen Demonstration in München, dar. Dabei handelt es sich um eine Art (nicht spontanen) Flashmob, den ich als Publikums Lightpainting (engl. Audience Light Painting) bezeichne. Die Leute malen während einer Langzeitbelichtung mit ihren Handys. So können auf Versammlungen oder Demonstrationen mit Einsatz von wenigen Mitteln und in kurzer Zeit (5-15 Minuten) mächtige Symbole mit großer emotionaler Wirkung entstehen. Aufgrund der ungewöhnlichen Ästhetik sind Publikums Lightpaintings für die Medien interessant. So fand sich am Tag nach der Demonstration das Bild in allen vier großen Münchner Tageszeitungen.

Die Bilder kann man direkt auf der Veranstaltung präsentieren und dabei auffordern sie unter Nutzung eines Hashtags gleich in social Media zu verbreiten um die Chancen für eine virale Verbreitung zu erhöhen. So gingen #rp15lights und #wehretdenanfängen auf Twitter trending.

#rp15lights bei der re:publica 2015
“München ist bunt 🌈” bei „Kulturstrand Leuchtet
Tinlight„, Schlagendes Herz bei der Tincon 2016

Weitere Beispiele finden sich unter den Hashtags #lightpainting4change und #lightpainting4peace auf Instagram.

Sie kennen weitere Beispiele? Gerne kommentieren oder mir schicken!

Merkel lässt in Minecraft Kühe fliegen, und das ist gut so.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die gamescom eröffnet und dabei auch am Minecraft Stand vorbei geschaut. Hier meine Einschätzung was das für die Medienpädagogik bedeutet.

Bei dem Besuch hat ihr der Lehrer Mirek Hancl und einer seiner Schüler vom Gymnasium Uelzen gezeigt wie man das Bohrsche Atommodell mit Minecraft vermitteln kann. Sie stellten aus Elektronen, Protonen und Neutronen Helium her, das sie in einen Ballon füllten. Den befestigte Merkel dann im Spiel an einer Kuh, die sogleich in die Luft schwebte und den Reichstag von oben betrachten konnte (31:50). Mirek Hancl hat die Unterrichtsstunde und Begleitmaterialien schon 2014 im Sinne des Gemeinschaftsgedanken als Open Educational Ressources veröffentlicht, so dass sie von anderen Lehrern genutzt werden kann.

Anschließend wurde Angela Merkel von einer Microsoft Mitarbeiterin die Minecraft Education Edition vorgestellt.

Minecraft war ursprünglich sehr offen angelegt, so dass es auf praktisch allen Systemen lief und es einfach war das Spiel zu modifizieren. Eine dieser Modifikationen aus der Community war MinecraftEdu, das von Lehrern für den Einsatz an Schulen entwickelt wurde. Nach dem Kauf von Minecraft und MinecraftEdu durch Microsoft hat der Konzern eine neue Entwicklungsrichtung eingeschlagen. Microsoft veröffentlichte eine neue Minecraft Version, die nicht mit alten Rechnern sondern nur mit Windows 10 und aktuellen Macs kompatibel ist. MinecraftEdu wurde eingestellt und nicht mehr verkauft.

Die neue Minecraft Education Edition ist an sich eine tolle Sache für den Einsatz in Schulen. Doch da sie auf der neuen Minecraft Version basiert, ist sie nur mit Windows 10 und Mac nutzbar. Beides habe ich in Deutschland in einer Schule noch nicht angetroffen, was ihrer Nutzung leider im Wege steht.
Doch auch mit Windows 10 und der Education Edition hätte man das eingangs gezeigte Beispielstunde zum Bohrschen Atommodell nicht durchführen können. Denn diese setzt die Modifikation „Advanced Chemistry“ voraus. Und Modifikationen gibt es bei der Education Edition (noch) nicht.

Die Präsentation verdeutlicht gut eine große Stärke von Minecraft: die aktive Community, die kostenlos Modifikationen, Karten und Unterrichtspläne erstellt. Und die Präsentation zeigt auch die große Schwäche der Minecraft Neuentwicklung für Windows 10 sowie die darauf basierende Education Edition, die genau diese Modifikationen nicht mehr unterstützt.

Nach der Präsentation wollte Angela Merkel wissen, wie Mirek Hancl ursprünglich auf Minecraft kam. Er hatte den Tipp von seinen Schülern und diese hätten es ihm erklärt. Daraufhin stellte Merkel fest, dass es wichtig wäre, dass nicht nur einzelne Lehrer „by chance“ auf solche Methoden stoßen sollten. Stattdessen wäre es wichtig, sie systematisch in das Schulsystem einzubringen und stellt (als hätte sie nur darauf gewartet 😉) folgende Punkte vor:

Sie will einen Pakt von Bund und Ländern mit drei Zielen:

  1. (Digitale) Anbindung der Schulen in ländlichen Räumen.
  2. Die Weiterbildung von Lehrern fördern.
  3. Die Einrichtung einer E-Cloud mit digitaler Lehrinhalten auf Bundesebene aus denen sich Lehrer Bildungsinhalte aussuchen können.

Die Vorschläge gehen in die richtige Richtung. Zumindest wenn

  1. die digitalen Anbindungen für Lernzwecke auch mit den Smartphones der SchülerInnen genutzt werden dürfen und deren Potential für die Lehre nicht weiter unterdrückt wird,
  2. die Weiterbildungen nicht nur für einzelne Tools umfasst in Richtung lebenslanges Lernen und Erwerben von Kompetenzen inklusive dem anerkennen und nutzen des Expertenwissens von SchülerInnen geht und
  3. die Lernmittel in der E-Cloud im Sinne von OER unter einer CC Lizenz gestellt werden und Kommentare und Modifikationen ermöglichen.

Angela Merkel schloss mit den Worten:

Wir sind es den jungen Menschen schuldig, da müssen wir drauf reagieren. Ich habe hier etwas gelernt und hoffe das andere noch schneller lernen.

Zum Abschluss eine kleine Anekdote: Microsoft hatte im Vorfeld den Minecraft Youtuber Castcrafter und mich gebeten für sie den Reichstag in Minecraft für die gamescom zu bauen. Stattdessen habe ich für sie den von der Community gebauten Reichstag (User: FreakyPotato) recherchiert, vor dem Angela Merkel dann die Kuh steigen ließ.

Es lebe die Power der Community.

Wer mehr zum Thema Games im Unterricht wissen will: Ein Artikel zum Thema erscheint am Montag im Bildungsteil der SZ (Link zum Artikel). Wer es nicht erwarten kann: 2014 habe ich auf der re:publica ein Interview gegeben, das ich so immer noch unterschreibe.

Update:

Dieser Blog Artikel hat in der Facebook Gruppe „Minecraft/Minetest und Bildung (für Lehrer/Pädagogen)“ eine recht kontroverse Diskussion bezüglich der Einstellung von MinecraftEdu zu Gunsten von Minecraft Education Edition ausgelöst. In der Diskussion habe ich folgenden Vorschlag gemacht:

„Alle, die Minecraft Education Edition abonnieren bekommen MinecraftEdu zur Nutzung für die gleiche Anzahl an Personen dazu.“
Zusätzliche Kosten entstehen Microsoft keine. Im Gegenteil: Auch für Schulen, die noch kein Windows 10 haben, macht es so Sinn in eine Minecraft Bildungsversion zu investieren.
Nebeneffekt: Dann klappt das auch mit dem Bohrschen Atommodell per Mod.

Den ganzen Verlauf der Diskussion finden sie in der Minecraft Gruppe auf Facebook. Gerne lade ich sie ein sich dort oder unten in den Kommentaren in diesem Blog an ihr zu beteiligen.

Update 2:

Ende November ist auf Golem und Zeit.de ein ausführlicher Artikel zum Einsatz von Minecraft in der Bildung erschienen.

Leider steht Microsoft Geschäftspolitik weiterhin einer Nutzung von Minecraft an Schulen, die nicht über Windows 10 haben, im Weg. Auch deswegen nutzen mehr und mehr LehrerInnen die kostenlose Open Source Variante Minetest, für die mit MinetestEdu auch eine Variante für Bildungseinrichtung entwickelt wird.