25 Jahre Lernspiele, ein neuer Fokus: Meine Lernspiele-Seite ist aktualisiert

Meine Seite zu Lernspielen und Serious Games war ziemlich in die Jahre gekommen. Dort stand noch, dass eine Tablet-Version „Q1 2016“ folgt. Es ist Sommer 2026. Zeit, das aufzuräumen.

Was sich ändert

Beim Sichten ist mir aufgefallen, wie sehr sich mein Blick auf Lernspiele in 25 Jahren verschoben hat. Am Anfang habe ich Spiele für eine Zielgruppe gebaut — jemand hat sich ein Thema überlegt, ich habe daraus ein Spiel gemacht. Heute interessiert mich etwas anderes fast noch mehr: dass Jugendliche und Fachkräfte selbst Spiele erstellen, mit KI als Werkzeug statt mit einem fertigen Produkt.

Deshalb steht jetzt ChatGameLab.eu ganz oben auf der Seite — ein offener KI-Spieleeditor für die Jugendarbeit, dessen Idee und ersten Prototyp ich gemeinsam mit Florian Metzger-Noel gebaut habe und den ich inzwischen im Rahmen meiner Arbeit am JFF weiterentwickle. Teilnehmende entwerfen ihr eigenes textbasiertes Spiel, die KI übernimmt die Umsetzung. Aus Spielenden werden Spielemacher:innen.

Direkt daneben: unser Experiment „Vibe Coding is real“ am JFF. Media Literacy Invaders — ein Space-Invaders-Klon gegen Fake News und Deepfakes — ist in rund 30 Minuten entstanden, ohne dass jemand eine Zeile Code selbst geschrieben hätte. Inzwischen ist daraus eine kleine Sammlung geworden, unter anderem mit der Forscherkiste und „Fake Or Not“, einem Faktenchecker-Spiel mit echten Fällen von Mimikama. Wir veröffentlichen dabei bewusst auch die Prompts — der Entstehungsprozess ist Teil des Lernmaterials.

Was bleibt — und was ehrlich Archiv ist

Zwei Projekte sind weiterhin spielbar und stehen jetzt prominent auf der Seite: Among All Of Us, ein investigatives Browserspiel gegen Hate Speech aus dem EU-Projekt Play Your Role, und Spielfieber, mein Klassiker zur Glücksspielsucht-Prävention — von der Uni Bremen evaluiert, beim Bayerischen Präventionspreis belobigt, und auch nach über einem Jahrzehnt noch aktualisiert und abrufbar.

Andere Projekte wie „Der Camper“, meine Wirtschaftssimulation für die Académie Accor, liefen auf Adobe Flash. Seit dem Ende von Flash 2020 sind sie nicht mehr spielbar. Ich habe sie jetzt ehrlich als das gekennzeichnet, was sie sind: Zeitdokumente. Mit Gameplay-Trailer, damit man sieht, worum es ging, auch ohne selbst spielen zu können.

Woher das alles kommt

Ganz unten auf der Seite steht jetzt auch, wo mein Handwerk herkommt: Von 2000 bis 2008 habe ich gemeinsam mit Florian Metzger-Noel das Browserspiele-Studio neodelight (anfangs neokolor) aufgebaut. Die allermeisten der über 30 Spiele, die dort entstanden und bis zum Verkauf 2008 mehr als 200 Millionen mal gespielt wurden, waren Unterhaltungs- und Werbespiele — nur zwei davon waren Lernspiele im engeren Sinn. Ich finde das erwähnenswert, weil es erklärt, warum mir bis heute wichtig ist: Ein Lernspiel wirkt nur, wenn es auch als Spiel funktioniert.

Reinschauen

Die ganze Seite gibt es hier: tausend-medien.de/lernspiele

Über Rückmeldungen, eigene Erfahrungen mit KI in der medienpädagogischen Praxis oder einfach einen Kommentar freue ich mich wie immer.

Welche Konsole zu Weihnachten?

Typische Vorweihnachtsfrage:

Kumpel Rüdiger: „Mein 5-12 jähriges Kind wünscht sich ne 👾Konsole zu Weihnachten🎅🏽. Uli, du bist doch der Experte, was sollte es werden“.

Medienpädagogen Mütze🕵️‍♂️ aufgesetzt und los gehts:

„Also Rüdiger, die Switch ist imho für ein 5-12 Jähriges Kind (und Eltern, die gerne bald mal in Mario Kart gegen sie antreten wollen) die beste Option.

Nimm gleich die Oled Variante (minimal besser) oder eine gebraucht mit Zubehör von eBay. Nur keine Lite.

Dazu gleich
👾 zwei extra Joycons (oder zwei zusätzliche große Controller), damit ihr zu viert spielen könnt,
👾 einen USB-C Adapter (nichts anderes ist diese Dockingstation)
👾 eine Tasche, wo alles gut reinpasst.

Sehr cool für die Switch auch Spiele wie Mario Kart, 1,2 Switch, Just Dance, die Labo Sets aus Karton und der Mario Maker.

Spiele, die aktuell steil gehen sind Super Mario Bros Wonder (ab 6) für die ganze Familie (bis zu 4 Spieler) und Zelda Tears of the Kingdom (aber erst ab 12). Und wünsch dir von deinem Kind ein schönes Haus mit Zoo in Minecraft. Noch besser, ihr baut es zusammen! 👨‍👨‍👧‍👧

ODER

Ihr habt oder kauft ein iPad und ein Apple TV, holt euch die Apple Arcade (5 Euro im Monat) und ein paar Controller, die kompatibel sind und habt so viele schöne Spiele. Aber halt nicht Zelda, Mario Kart und co. aber trotzdem Minecraft.

Auch mit dem ähnlichen Google Play Pass, Xbox Game Pass, GameClub oder co. machst du vermutlich nix falsch (hab die aber nicht ausprobiert).

🧐 Nur bitte nicht das Kind alleine „kostenlose“ Spiele am Handy oder Tablet wählen und spielen lassen. Zahlst du nicht, bist du das Produkt. Willst du, dass dein Kind ein Produkt ist? Siehste, Rüdiger. 🥸

Und generell: Gemeinsam spielen. Und nicht nur immer zocken, sondern auch andere Angebote machen, damit der Lebenstank schön voll ist. Und Zeitbudgets pro Woche statt X Minuten pro Tag. Um mehr Hintergrund Infos zu den Themen Games + Zeit, Geld, Geschlechterrollen und co. holst du dir in den kurzweiligen GameLife Elternclips:

Am besten mit den Kids anschauen und gemeinsam diskutieren.

Und dein Kind kommt mit einem Spielewunsch an?

Einfach im Spieleratgeber-NRW spicken.

Alles klar, Rüdiger?“

PS: Warum ich Konsole X oder Spiel Y nicht erwähnt habe? Schreib doch selber was zu in die Kommies.

PPS: Geheimtipp für Bastler: Batocera Emulator auf nem Raspberry Pi mit schickem Retroflag Super Nintendo Case. Da staunt auch der Nachbar. Da passen dann xxxx Spieleklassiker drauf. Und natürlich lädst du da nur die drauf, die du selber hast. Sonst bewegst du dich im dunkelgrauen Bereich.👮

PPPS: Apropos Reisen: Nerds spielen im Zug mit ihrem Switch oder ihrem Emulator und nutzen dabei mittels eines HDMI-USB-C Grabber und der Orion App ihr M-iPad als Premium Bildschirm. Läuft mega!

PPPPS: Noch krassere Nerds haben in Fährschiffen ihr Steamdeck (so ne Art Linux PC in Switch Form) dabei und Bespielen gleich die Bordbildschirme mit emulierten Spielen. Steamdeck ist nice. Laufen viele große PC Spiele drauf, aber man ist trotzdem komplett mobil.

PPPPPS: Sebastian Ring, Michael Gurt, Tina Drechsel von meinem wunderbaren Arbeitgeber JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis haben die wunderbaren Game Life Clips gemacht. Denen kann man gar nicht genug Erfrischungsgetränke als dank dafür kaufen.

PPPPPPS: Rüdiger, ich erwarte dich dann beim #gamesfestival24 2.-4.5.24 im FatCat in München von meinem Projekt ComputerSpielkAdemie. Da gibt es Videospielkultur in all ihren Facetten für groß und klein.

Pong mit 120 Jugendlichen

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Bei meinem Vortrag bei der MyGames Tagung am 25.7.2011 in der BLM zum Thema „Gemeinsam mit Spielen Spielen“ haben wir im Sinne von Creative Gaming eine neue Regel beim Spielen gebrochen: „Verbinde den Spielern beim PONG spielen nicht die Augen“. Zum Glück waren 120 Schüler da um durch das Rufen von Kommandos den gehandicapten zu helfen. Es war für alle Beteiligten ein großer Spaß und die Anregung Spiele mal anders zu Spielen hat ein neues eindrucksvolles Beispiel. Vielen Dank an Sebastian Ring für die Einladung und Idee.